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Spiritualität

Lebenswasser geschenkt

«Und Gott sprach: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.» Dieser Vers aus Offenbarung 21,6 ist die Jahreslosung für 2018.

Mit guten Gründen wurden Klöster dereinst in wasserreichen Gegenden errichtet, wo der Lebensunterhalt für die Mönchsgemeinschaft gesichert war, so auch die Kartause Ittingen. Brunnen, Bäche und Teiche weisen auf diese Notwendigkeit hin. Ein markantes Beispiel ist das Quellenhäuschen, welches sich am Fuss des steilen Rebhanges bescheiden in die Erde duckt. Stellt man sich da hin, vernimmt man nicht allzuviel; hat man das Vorrecht, das Innere zu betreten, kann man nur staunen ob der Kraft, mit welcher das Wasser aus jener unsichtbaren Erdentiefe schiesst, die niemals ein Mensch betrat. Hier gelangt es zum Wohl der Schöpfung an die Oberfläche. «Aus der Tiefe wächst der Wasserborn, Apfel, Nelke, Wein und Weizenkorn», schildert der Dichter Werner Bergengruen in knappen Worten die Grossartigkeit solcher Vorgänge.

Aus Durst wird Freude
Dem Wasser wird in den biblischen Schriften hohe Aufmerksamkeit zuteil, und dabei kann es zum Zeichen, der körperliche Durst zur Sehnsucht werden. «Es dürstet meine Seele nach dir», so der Psalmist, «mein ganzer Mensch verlangt nach dir, aus trockenem, dürren Land, wo kein Wasser ist» (Psalm 63). Dürres Land – wer gerät nie in solche Zonen? Wo unser Bemühen unfruchtbar, die Mitwelt abweisend, unsere Hoffnungen dürftig erscheinen und die Liebe verraten, vergessen, vertan?

Quelle des Lebens
Johannes auf Patmos, Schreiber der Offenbarung, notiert in sein Trostbuch, was er vernommen hat: dass Gott um unser Dürsten weiss und uns aus seiner tiefsten Quelle von dem Lebenswasser schenkt, auf dass neue Freude, neues Vertrauen, neue Hoffnung bei uns einkehre.
Das Bild vom lebendigen Wasser vermag uns in der Tiefe zu berühren. Was kann der Grund sein? Das Quellenhaus hat Antworten: Sicher zunächst das Kreatürliche, das vitale Fliessen und Rauschen, die Reinheit und die ungebärdige Fülle im kleinen Gelass, aber noch viel mehr etwas Anderes, das Bild einer unfassbaren Freigebigkeit der Quelle und die unerschütterliche Selbstverständlichkeit ihres Fliessens. Sind es nicht Bilder von Gottes Liebe, welche uns kennt, uns umsorgt, um uns wirbt? Zeichen von Gottes Liebesgegenwart?

 

(Walter Büchi, 20.12.2017)

 


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