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Etwas Tapferes tun – aber was?

«Tut um Gottes willen etwas Tapferes!» hat Reformator Huldrych Zwingli 1529 aus dem Heerlager in der ersten Schlacht bei Kappel an den Rat in Zürich geschrieben. Was können wir im Reformationsgedenkjahr 2017 Tapferes tun? Diskutieren Sie mit!

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Nach den Worten des bekannten Schweizer Theologen Karl Barth lässt sich «Zwinglis ganzes Christentum zusammenfassen» in einem Satz seines Briefes vom 16. Juni 1529 aus dem Lager bei Kappel: «Tut um Gottes willen etwas Tapferes!». Das Zitat von Huldrych Zwingli ist wohl ebenso bekannt, wie der Satz «Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir!», den der Reformator Martin Luther 1521 vor dem Reichstag in Worms gesagt haben soll, als von ihm verlangt wurde, seine Lehren zu widerrufen.

Zitate, die Jahrhunderte überdauern
Gute Zitate neigen dazu, mit der Zeit ein Eigenleben zu führen. Sie überdauern den Menschen, der sie geschrieben oder gesagt hat, sie wandern aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen heraus, lassen sich – willig und geduldig – mit neuem Sinn und Geist füllen und stehen dabei auch in Gefahr, missbraucht zu werden. Es ist ihr trefflicher Wortlaut, der sie die Jahrhunderte überdauern lässt.

Zwinglis politisches Christentum
Auch die Publizistin Ulrike Strerath-Bolz, die im Jahr 2013 unter dem Titel «Ulrich Zwingli – Wie der Schweizer Bauernsohn zum Reformator wurde» ein Buch über Zwingli herausgebracht hat, ist am Aufruf, etwas Tapferes zu tun, hängen geblieben. Sie schreibt dazu: «Zwingli hat sich in heftigste Auseinandersetzungen hineinbegeben. Sich am Neujahrstag 1519 ins Grossmünster in Zürich zu stellen und zu sagen:
Von jetzt an machen wir im Gottesdienst fast alles anders als bisher. Tapferer geht es wohl kaum.» Strerath-Bolz verschweigt aber nicht, dass der «bisherige Pazifist» Zwingli 1529 in der Schrift «Ratschlag über den Krieg» den militärischen Angriff auf die katholischen Orte der Eidgenossenschaft gerechtfertigt hat, um die Reformation durchzusetzen. Zu Zwinglis Erbe zählt Strerath-Bolz, dass er ein politisches Christentum vertreten habe: «Christen sollen sich in das, was um sie herum passiert, im Alltag und in der Politik, einmischen.»

Was das Zwingli-Zitat «Tut um Gottes willen etwas Tapferes!» im Reformationsgedenkjahr 2017 bei ihnen auslöst, wollte die Redaktion des Kirchenboten von Janine Haller und Hans-Jörg Willi wissen. Und was bedeutet es für Sie? Diskutieren Sie mit, indem Sie unten einen Kommentar schreiben!

 

(Bild: fotolia.com)

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