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Kultur

Gedeihen in der neuen Heimat

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche Schweiz (HEKS) leistet mit dem Projekt «Neue Gärten Ostschweiz» einen wichtigen Beitrag zur Integra-tion von Migranten.

Vor sechs Jahren startete HEKS mit dem Projekt «Neue Gärten Ostschweiz». Inzwischen sind drei Gärten in St. Gallen, zwei in Arbon und einer in Rorschach beteiligt. Den Teilnehmenden und ihren Familien, vorwiegend Flüchtlinge, wird eine Gartenparzelle zur Verfügung gestellt. Die anfallenden Gartenarbeiten werden von ihnen eigenständig erledigt. Dafür dürfen sie eigenes Gemüse anbauen und später ernten. Zwei Projektmitarbeiterinnen und einige Freiwillige begleiten die Gärtnerinnen und Gärtner.


Bedürfnisse austauschen und lernen

Einmal pro Woche findet ein obligatorisches Gartentreffen statt. Dabei geht es um den Aus-tausch von Bedürfnissen und Schwierigkeiten, aber auch fachspezifische Themen zur Gartenarbeit werden angesprochen. Vom Säen, Pflanzen und Kompostieren über das Einmachen der Produkte und den Kauf von Samen bis zum Werkzeug: Die Migranten haben viele Fragen. Bei den Treffen werden auch klimatische und tierische Unterschiede zu den Heimatländern vermittelt: «Bei uns können zum Beispiel Chilis nicht im Freien überwintern», schildert Projektmitarbeiterin Adelheid Karli. «Ausserdem haben wir eine höhere Schneckenpopulation als in warmen Ländern.»


Gärten stärken Selbstwert


Neben dem Lernen und Austauschen haben die Treffen einen weiteren positiven Effekt: Die Teilnehmer lernen schneller Deutsch. Adelheid Karli erklärt: «Im Garten kann man zeigen, wovon man redet. Das vereinfacht den Lernprozess.»
Die meisten Teilnehmer sind täglich im Garten, der auch als Erholungsraum und Treffpunkt dient. Gerade Migranten, die offiziell noch nicht arbeiten dürfen, können so im öffentlichen Raum tätig sein und selbständig einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Das ist sehr wichtig für die Stärkung eines gesunden Selbstwertgefühls. Ziel des Projekts «Neue Gärten Ostschweiz» ist es, dass Teilnehmende mindestens zwei Saisons lang einen Garten bewirtschaften und danach auf Wunsch einen eigenen Garten übernehmen können.


Secondos helfen Migranten


In Arbon ist das Projekt «Neue Gärten Ostschweiz» im Familiengarten an der Grenze zu Steinach bereits seit längerer Zeit integriert. Seit vergangenem September gibt es an der Romanshornerstrasse nun eine zweite Parzelle. Die Gemeinschaftsparzelle wird zurzeit von 14 Familien bewirtschaftet. Allerdings bietet die Parzelle noch Platz für zwei weitere Familien. Besonders interessant sind die unterschiedlichen Herkunftsländer. Insgesamt betreut HEKS Migranten aus 15 verschiedenen Ländern. Die meisten stammen aus Eritrea, Afghanistan und Syrien. Auch mit den einheimischen Schrebergärtnern funktioniert der Erfahrungsaustausch gut. Oft sind die Besitzer Secondos, deren Eltern oder Grosseltern auch einmal als Fremde kamen und sich integrierten. Sie helfen den Migranten gerne dabei, sich in der neuen Welt zurecht zu finden.


Weitere Informationen unter www.heks.ch.

(26. April 2018, Text und Bild: Trudi Krieg)


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