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Politik

Vollgeld für mehr Gerechtigkeit

Diskussion zur Vollgeld-Initiative. Was meint Raffael Wüthrich, Medienbeauftragter der Vollgeld-Initiative?

«Die Gerechtigkeit zu befördern, ist ein zentrales, biblisch verankertes Anliegen von Christen. Eine aktuelle Gelegenheit dazu bietet die Vollgeld- Initiative, die am 10. Juni zur Abstimmung kommt. Denn es geht bei dieser Initiative im Kern um soziale Gerechtigkeit. Ihr Ziel besteht nämlich darin, die demokratische Kontrolle über den Schweizer Franken wiederherzustellen und die Erzeugung von Geld in den Dienst am Gemeinwohl zu stellen.

Heute erzeugen private Banken 90 Prozent unserer Landeswährung, machen mit dem lockeren Geld riskante Geschäfte und streichen auf Kosten der Allgemeinheit hohe Extragewinne ein. Das ist ungerecht. Deshalb will die Vollgeld-Initiative, dass nur noch die Schweizerische Nationalbank Geld erzeugt: Sie soll neben dem Bargeld auch das elektronische Geld auf unseren Bankkonten in Umlauf bringen. Das neu geschaffene Geld soll der öffentlichen Hand zugutekommen und könnte zur Finanzierung des Service public verwendet werden. So wäre es zum Beispiel möglich, die AHV ohne Steuererhöhungen zu sanieren.

Die Einführung von Vollgeld würde auch dadurch erheblich zur Förderung sozialer Gerechtigkeit beitragen, indem Vollgeld im Unterschied zu unserem heutigen Geld schuldfrei erzeugt werden soll. Das würde die allgemeine Verschuldung in der Gesellschaft reduzieren, den aus dem Zins entspringenden Wachstumszwang in der Wirtschaft mildern und die Bedeutung von Arbeitseinkommen gegenüber Kapitaleinkommen erhöhen.»