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Kultur

«Comics sollen Emotionen vermitteln»

Mit ihren Karikaturen bereichern sie den Kirchenboten: Wir stellen die Zeichnerinnen und Zeichner in einer losen Serie vor. Den Anfang macht die 31-jährige Hauptwilerin Vida Sprenger. Für sie sind Comics am Kühlschrank die grösste Ehre.

«Der Auslöser war mein 30. Geburtstag», erinnert sich Vida Sprenger. «Ich bekam einen Farbkoffer von meinem Ehemann geschenkt, verliebte mich in die Farben und malte nächtelang.» Seit Anfang 2018 ist die Hauptwilerin offiziell als Illustratorin tätig. Für den Kirchenboten illustriert sie die neue Schwerpunktserie zur Reformation und zeichnet Cartoons für die Unterhaltungsseite.

Reibereien sorgen für Ideen
Als bekennende Christin zeichne sie unglaublich gerne christliche Comics, sagt Vida Sprenger mit einem Lachen auf den Lippen. Ihr Mann sei hingegen Atheist. «Das gibt natürlich ab und zu Reibereien. Und daraus entstehen immer wieder neue Ideen für Comics. » Was sich seit den Anfängen nicht geändert hat: Vida Sprenger zeichnet nach wie vor gerne am Abend oder auch mal in der Nacht, wenn ihre vierjährige Tochter Gwendolyn längst schläft. Die ausgebildete Fachfrau für medizinisch-technische Radiologie widmet sich seit der Geburt voll ihrer Tochter und dem Haushalt. Das sei für sie ein Privileg, und das Zeichnen und Illustrieren eine gute Abwechslung. Daneben singt Vida Sprenger in einer eigenen Band und sie schreibt – sofern es die Zeit zulässt – Liedtexte. «Musik und Comics haben durchaus Gemeinsamkeiten. Mit beiden lassen sich Emotionen vermitteln und Herzen berühren», betont sie, um dann anzufügen: «Auch wenn das jetzt fast ein bisschen kitschig klingt.»

Beten, kritzeln, kolorieren
Kreativität ist ein fixer Bestandteil von Vida Sprengers Alltag. Doch wie geht sie einen neuen Comic ganz konkret an? «Zuallererst bete ich», erklärt sie. «Dann suche ich nach einem passenden Vers und fange einfach mal an herumzukritzeln. Dabei fällt schon mal einiges an Altpapier an.» Die Skizzen pause sie dann an ihrem Leuchttisch ins Reine. Das sei der schönste Arbeitsschritt. Danach scanne sie die Zeichnung und koloriere sie am Computer. Das habe den Vorteil, dass sie von der gleichen Zeichnung verschiedene Varianten erstellen könne. Zum Schluss folgt das Einfügen der Textblasen. «Den fertigen Comic zeige ich dann meinem Mann. Er ist mein grösster Kritiker. Wenn die Zeichnung ihn zum Lächeln bringt, habe ich meine Arbeit gut gemacht», fügt Vida Sprenger an. Die grösste Ehre sei, wenn jemand einen ihrer Comics ausschneidet und an den Kühlschrank hängt.

Hörbuch in den Startlöchern
Seit Anfang 2018 konnte sie schon einige spannende Projekte umsetzen. Am stärksten gewachsen sei sie am Wimmelbuch «Buurehof erläbe». Da habe sie gelernt, dass ein ganzes Team nötig ist, um ein Buch auf den Markt zu bringen. Neben den Illustrationen für den Kirchenboten arbeitet Vida Sprenger derzeit an einem Kinderhörbuch mit dem Titel «Krirka und d’Melodie vom Wald» – eine spannende Geschichte mit zehn selbstgeschriebenen Liedern. Sobald die Finanzierung stehe, werde das Hörbuch von acht Musikern aus der Region aufgenommen. Langweilig wird es ihr also nicht. «Das spürt auch meine Familie ein bisschen », fügt Vida Sprenger in ihrer typischen, fröhlichen Art an: «Seit ich zeichne und Liedtexte schreibe, muss mein Mann die Socken häufiger selber sortieren. Und er kann jetzt auch sehr gut Hemden bügeln.»

Mehr Infos über Vida Sprenger: www.vidart.ch


(Cyrill Rüegger, 19. Dezember 2018)


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