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Kultur

Das Zeichnen ist sein Ventil

Mit ihren Karikaturen bereichern sie den Kirchenboten. Wir stellen die Zeichnerinnen und Zeichner in einer losen Serie vor. In dieser Ausgabe: Jmerio Pianari. An Cartoons mag er den «sanften Zynismus».

Was das Zeichnen anbelangt, ist Jmerio Pianari ein Autodidakt. Ausser dem Zeichnungsunterricht in der Volksschule habe er keine Ausbildung absolviert und sich den Rest selber beigebracht. «Ich habe schon immer viel und gerne abgezeichnet», erinnert sich der 58-Jährige. Nun sei er das erste Mal gefordert, seinen ganz eigenen Zeichnungsstil zu entwickeln.

«Ich polarisiere gern»
Seit ein paar Monaten entwirft Jmerio Pianari hin und wieder Cartoons für die Unterhaltungsseite des Kirchenboten (siehe Seite 14). Dazu gekommen sei er per Zufall. In einer Arbeitsgruppe der Evangelischen Landeskirche Thurgau sei dem Redaktor sein Talent aufgefallen. Pianari musste nicht lange überlegen, die Herausforderung anzunehmen. «Das Faszinierende am Zeichnen von Cartoons ist für mich, eine Situation auf humorvolle Weise darzustellen und der Kernbotschaft mit sanftem Zynismus auf legale Art die Türe zu öffnen.» Insofern habe das Zeichnen für ihn auch heute noch die Funktion eines Ventils, durch das er Dinge, die ihn beschäftigten, kreativ ausdrücken könne. «Mit meinen Cartoons polarisiere ich gerne», betont Jmerio Pianari. Wenn daraus ein Gespräch oder gar eine Diskussion entstehe, habe er ins Schwarze getroffen. Sein Geheimrezept? Ein Cartoon aus zwei Bildern. Damit liessen sich eine kurze Abhandlung oder ein Vergleich darstellen und Botschaften noch besser auf den Punkt bringen.

Der Alltag inspiriert ihn
Wie sein Dialekt ziemlich schnell verrät, wuchs Pianari im Baselbiet auf. Erst vor 14 Jahren ist er durch seine heutige Frau, die er in der Diakonieausbildung kennenlernte, an den Bodensee gekommen. In Kreuzlingen war er zwölf Jahre lang als Jugendarbeiter der Evangelischen Kirchgemeinde tätig. Seit 2017 arbeitet er auf der Medienstelle Religionsunterricht der Evangelischen Landeskirche Thurgau, die sich in der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule befindet. Pianari managt den Medienbestand und berät Religionslehrkräfte bei der Auswahl von Unterrichtsmaterialien. Natürlich hätten ihm die Medien den Einstieg ins Zeichnen von Cartoons erleichtert. Ohnehin lasse er sich bei der Suche nach neuen Sujets gerne vom täglichen Leben inspirieren.

Vom «Verlorenen» zum Allrounder
Das Zeichnen ist nur eines von vielen Talenten, mit denen Gott Jmerio Pianari ausgestattet hat. «Ich bin im Laufe meines Lebens zum Allrounder mutiert», sagt er lächelnd. «Ich zeichne, musiziere, komponiere, dichte und schreibe.» Geschrieben hat er sogar ein eigenes Buch mit dem Titel «Metamorphose – Der verlorene Sohn auf dem Weg zurück ins Leben». Es handelt von seiner eigenen Lebensgeschichte, die lange geprägt war von Krisen und Zweifeln – eine Zeit, die ihn zur Umkehr bewogen hat. Dafür ist Jmerio Pianari sehr dankbar, wie auch für die Fügungen, die ihm zusätzliche Impulse verleihen, seit er Gott für sein Leben entdeckt hat. «Das Zeichnen für den Kirchenboten ist sicher eine davon.»


Weitere Informationen zu Jmerio Pianari und seinem Buch finden Sie hier.


(29. Januar 2019, Cyrill Rüegger)


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