Logo
Kultur

Humor bietet «eleganten Ausweg»

25.03.2019
Mit ihren Karikaturen bereichern sie den Kirchenboten. Wir stellen die Zeichnerinnen und Zeichner in einer losen Serie vor. In dieser Ausgabe: Sabine Bryner, die dank ihrer Bilder auch schon ein Wunder erlebt hat. (Cartoon: Sabine Bryner)

Sie hat seit jeher ein Herz für Randgruppen und gehört seit wenigen Jahren selber zu einer: Die Kirchenboten-Cartoonistin, die über zwei Jahrzehnte im Thurgau wohnte, hat die letzten zwei Jahren eine «Überlebens-Odyssee» durchgemacht, weil sie plötzlich unter Elektrosensibilität zu leiden begann. Die Kindergärtnerin und Kunsttherapeutin in Fachrichtung Malen und Gestalten hat in Bischofszell zehn Jahre lange ein eigenes Mal- und Kunstatelier geführt und hat sich vor Kurzem auch noch zur Beraterin für Elektrobiologie weitergebildet.

Obstplantagen statt Urwald
«Eigentlich wollte ich immer ‹in den Urwald› in die Mission», sagt sie mit ein bisschen Wehmut und dem ihr eigenen Schalk in den Augen: «Aber da bin ich vorher in den Obstbäumen der Ostschweiz hängengeblieben.» Urwald und Obstplantagen hin oder her – schon seit dem Kindergartenalter hält Sabine Bryner einen Stift in der Hand und hat «eifrig gemalt, was die Mine hergab ». Mit ihren zwei besten Kindergartenfreunden malte sie um die Wette, und manch Lehrer oder Mitschüler wurde in langweiligen Schulstunden als «Überlebenstraining » unfreiwillig karikiert. Ihre «armen Eltern » überraschte sie eines Morgens als Teenager mit einer bunt bemalten Zimmerdecke, «und meine ersten Autos blieben nicht lange einfarbig. Warum sollten Dinge öde bleiben, wenn man sie doch mit wenig Aufwand bunt gestalten kann?»

Gottesdienst rettete aus der Not
Dass sie sich ihr Hobby zum Beruf machte, war nicht immer ganz einfach. Als ihr einmal das Geld für die Krankenkassenzahlungen fehlte und sie deswegen weinend ins Gebet ging, bekam sie bald darauf einen Auftrag, um zwei Begleit-Illustrationen für eine Predigt zu malen. Nach dem Gottesdienst kam ein Besucher auf sie zu und wollte die beiden Bilder exakt für den Betrag kaufen, der ihr für die Prämien fehlte. Ein Wunder, das sie heute noch ermutigt. Im Moment träumt sie davon, ein Zentrum für Menschen mit Elektrosensibilität aufzubauen und dort auch als Kunsttherapeutin tätig zu sein.

Harmlose Maus, «heisse Eisen»
Dank ihren Ausbildungen konnte sie ihre zeichnerischen Begabungen noch stärker zur Entfaltung bringen. Dabei halfen ihr auch ihre Vorbilder von «Fix und Foxi» bis zu Loriot oder Walt Disney. Für den Kirchenboten hat sie zusammen mit der Redaktion das Sujet der Kirchenmaus Evangelica entwickelt. Sie schätze es, dass sie dank einer harmlosen Maus auch «heisse Eisen» beim Namen nennen könne. Sabine Bryner malt noch völlig traditionell: Sobald sie eine bildliche Vorstellung vor ihren Augen sieht, geht sie in sich, fragt Gott im Gebet und versucht, eine zentrale Botschaft herauszukristallisieren. Dann entstehen mit Bleistift und schwarzen Stiften die ersten Umrisse und Schattierungen: «Da wird radiert, die Perspektive, Grösse und Form nochmals verändert» – um später mit wasserlöslichen Farbstiften die leeren Flächen zu füllen, die sie dann mit einem feinen Wasserpinsel vermalt. Das Ganze betrachtet Sabine Bryner zum Schluss im Spiegel: «Ich schaue, ob alles nicht allzu schräg daherkommt. Im Spiegel sieht das Gehirn ein selbstgemaltes Bild nämlich so, als wäre es von jemand anderem gemalt worden, und kann auf diese Weise allfällige Fehler besser erkennen.»

Perspektive wechseln, Humor wählen
Es sei für sie nach der Fertigstellung interessant, ihre Bilder zu analysieren. Sie möchte natürlich aber vor allem bei den Betrachtenden etwas auslösen: Der Perspektivenwechsel der Evangelica mache es gerade Betroffenen möglich, biblische, soziale, wirtschaftliche oder politische Herausforderungen mit einem gewissen Abstand oder über «den eleganten Ausweg des Humors» zu sehen. Deshalb hole sie sich die Inspiration direkt aus dem Leben. Und dabei ist es wie im richtigen Leben: Nicht immer gelingt ihr alles auf Anhieb.


(Roman Salzmann, 28. März 2019)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Fredy Rechsteiner erfasst am 29.09 2020 20:41

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

Frank Sachweg unterstellt den Corona-Massnahmenkritikern, sie seien assoziale, unverschämte Egoisten und kennen weder Vorsicht noch Rücksicht. Dabei erkennt er nicht, das diese Personen gerade aus Nächstenliebe die übertriebenen Massnahmen ablehnen. Niemand hat etwas gegen Händewaschen usw. Dies ist der Blitzableiter, der schon immer angewandt wurde. Einfach und wirkungsvoll. Die neuen Massnahmen, die nun aber die physische und psychische Gesundheit angreifen und die Abwehrkräfte schwächen, werden mehr Opfer fordern als die sogenannte Pandemie selbst. Das Coronavirus wird Opfer fordern wie jede schwere Grippewelle bisher, aber es ist keine alles dahinraffende Seuche. Wer das um jeden Preis verhindern will, nimmt auch in Kauf, dass für seine Sicherheit 100tausende Kinder verhungern, hunderte Millionen Menschen ihre existenzielle Lebensgrundlage verlieren oder Tausende in den Suizid getrieben werden. Auch die Folgen von Sauerstoffmangel durch Maskentragen (Förderung von Demenz) oder von gentechnisch hergestellten Impfstoffen werden nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wenn nun auch noch das Argument aufgegriffen wird, man dürfe niemanden gefärden, muss grundsätzlich alles verboten werden. Autofahrer gefärden, Alkohol gefärdet, sogar ein Bienenstich kann das Leben bedrohen. Vorsichtig, rücksichtsvoll und zuversichtlich wollen wir alle sein. Die Frage ist, was ist unsere Motivation? Ist es die Liebe oder die Angst? Die Bibel sagt dazu: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1.Johannes 4:18

Kommentar erstellen