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Spiritualität

In tiefster Finsternis...

Michael Kleine lässt mit der Inszenierung von «Offices de Ténèbres» einen alten Brauch neu aufleben. Zu sehen und zu hören am Karfreitag und Karsamstag in der Klosterkirche der Kartause Ittingen.

Ein rätselhaftes Ritual wird zelebriert: 15 Kerzen auf einem grossen Leuchter werden nach und nach gelöscht, bis die Musik in völliger Dunkelheit verklingt. Die «Offices de Ténèbres » sind fortlaufende Liturgien zu den Heiligen Tagen der Karwoche, die in der Barockzeit in Frankreich musikalisch und szenisch aufwändig inszeniert wurden. Im Zentrum dieser Stundengebete stehen die Vertonungen der Klagelieder zum Niedergang Jerusalems des Propheten Jeremia.

Besonderer Ort für besonderes Projekt
Michael Kleine hat in Zusammenarbeit mit dem Cembalisten Johannes Keller die «Office de Ténèbres» neu inszeniert und wird das Ritual aus der Barockzeit in zwei verschiedenen Aufführungen aufleben lassen: Am Karfreitag und Karsamstag, 19. und 20. April, jeweils 20.30 Uhr, in der Klosterkirche der Kartause Ittingen. «Die Klosterkirche Ittingen ist dafür ein ganz toller Ort mit einer bemerkenswert schönen Architektur und sehr besonderer Atmosphäre», sagt der Musiktheater- Regisseur und geht etwas näher darauf ein, was die Besucher erwartet: Die Responsorien und die Psalmen werden im alten gregorianischen Stil gesungen, dies im Wechselspiel mit prachtvoller opernhafter barocker Musik. Ausführende sind Johannes Keller (Cembalo) Sophie Lamberbourg (Viola da Gamba) Jenny Högström (Sopran) Solenn’ Lavanant-Linke (Mezzosopran) Ozan Karagös (Gregorianischer Gesang).

Dunkelheit wichtiger Bestandteil
Die Liturgie wird vom Ritual der 15 Kerzen begleitet, welche die elf Apostel, drei Marien und Christus symbolisieren. Im Ablauf der Musik gibt es 14 kleine Zäsuren, Momente der Stille, in denen die Kerzen nach und nach gelöscht werden bis zum Schluss nur noch die oberste Kerze übrig bleibt. Diese letzte Kerze, die Christus symbolisiert, wird brennend hinter den Altar gebracht und die ganze Kirche liegt in völliger Dunkelheit. «Dunkelheit, Licht und Schatten, ist ein wichtiger Bestandteil dieses Rituals, Dunkelheit ist immer auch Suggestionsraum“, sagt Michael Kleine und freut sich auf zwei ganz besondere Abende.


Offices des Ténèbres. 19. und 20. April, 20.30 Uhr, zwei liturgische Inszenierungen zu Karfreitag und Karsamstag, begleitet vom Ritual der 15 Kerzen. Schriftlesungen, musikalische Begleitung, Stillezeiten. In der Klosterkirche, freier Eintritt.


(Barbara Hettich, 27.03.2019)


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