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Kirche, Gesellschaft

Getragen – um selbst zu stehen

29.07.2019
Absolventinnen des Ausbildungslehrgangs Religionsunterricht und ERG-Kirchen durften in der Kirche Trogen die Diplomierung feiern.

 «Sie haben für den Gottesdienst das Motto ‹Getragen werden› gewählt. Ich muss zugeben, es fällt mir schwer, darüber zu predigen», sagte Pfarrerin Martina Tapernoux am Festgottesdienst in der Kirche Trogen zur Diplomierung der Absolventinnen des Ausbildungslehrganges zur Fachperson Religionsunterricht und ERG-Kirchen auf der Primarstufe.

Wechselvoll mit gutem Ende
«Sie alle sind doch gestandene Frauen, die man nicht tragen muss». Die viel mehr wüssten, für ihre Anliegen selber einzustehen. Dennoch schickte sich Tapernoux in die ihr gestellte Aufgabe - quasi als Wiedergutmachung. «Als Dozentin habe ich Ihnen bestimmt auch immer wieder Aufgaben gestellt, von denen sie anfangs nur bedingt überzeugt waren.»  So schaute sie in ihrer Predigt auf die Geschichte von Maria und Elisabeth im Lukasevangelium und gleichzeitig auf die drei Ausbildungsjahre der Absolventinnen zurück: Wechselvoll, zuweilen stürmisch, Glück und Last nah beieinander, schliesslich für alle mit einem Happyend.

Mit den besten Wünschen wirken
«Liebe Absolventinnen, Sie müssen nicht getragen werden», lautete ihr Fazit. «Viel mehr wurden und werden Sie ab und an von Ihren Kolleginnen, Ihrer Familie oder Freunden kurz getragen, damit Sie - auch in schwierigen Zeiten - auf den eigenen Beinen stehen können.» So gefiel der Pfarrerin das Motto des Gottesdienstes doch noch – und natürlich auch den Absolventinnen. Von Pfarrer Holger Brenneisen, Leiter des Religionspädagogischen Instituts, und den zuständigen Kirchenrätinnen aus den Kantonen Appenzell und St.Gallen erhielten sie das Diplom samt besten Wünschen – genau unter der Deckeninschrift der Kirche Trogen, die kaum sinniger sein könnte: «Lasset die Kinder zu mir kommen, wehret es ihnen nicht, denn für solche ist das Reich Gottes.»

 

Text und Foto: Andreas Ackermann, kirchlicher Informationsdienst (kid), Kirchenbote SG, 29. Juli 2019


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