Logo
Leben & Glauben

Ich folge nach – Jesus vertrauen

Corinna Junger, Pfarrerin Burg Stein am Rhein, erklärt, was sie unter Nachfolge versteht.

«Ich erinnere mich an eine Pfadfinder-Prüfung: Ich stand mit verbundenen Augen im Wald. Ich musste «blind» hinter jemandem herlaufen, der mir mit Zurufen den Weg wies. Ich war immer auf der Hut, ob nicht irgendwo eine «Falle» lauerte. Gleichzeitig blieb mir nichts anderes übrig, als dem anderen zu vertrauen, dass er mich sicher ans Ziel führen würde. Muss ich mir Nachfolge so vorstellen? Ja und nein. Was stimmt, ist: Ich folge nach. Nicht ich gehe voraus. Nicht ich habe den «Lead» in meinem Leben. Nicht ich bin diejenige, die sich präsentiert und möglichst viele Follower anstrebt. Sondern ich überlasse Jesus die Führung. An ihm orientiere ich mich. So wie Petrus und Andreas. Nachfolge braucht deshalb eine Entscheidung. Ich muss es wollen. Demut ist damit verbunden. Ich muss Jesus vertrauen. Anders als bei der Pfadi-Prüfung vertraue ich aber nicht irgendwem, sondern Jesus! Jesus, der sagt: «Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.» Jesus, der in die Welt kam, weil Gott uns liebt. Darauf baue ich. Das glaube ich. Deshalb setze ich mein Vertrauen auf Jesus und folge ihm nach. Gehen muss ich meinen Weg selber. Eben ist er nicht immer. Aber wie erfüllend, hoffnungsfroh, tröstend und bestärkend Leben in der Nachfolge Jesu ist, das kann ich in der Bibel nachlesen, das kann ich an anderen Nachfolgenden wie Bonhoeffer sehen, das erfahre ich selber.»

Diskutieren Sie mit!


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Kommentar erstellen