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Politik

Weniger Fleisch – besseres Gewissen

24.08.2022
Monika Frei antwortet auf die Frage, ob man mehr für das Wohl der Nutztiere bezahlen soll.

Wenn bis zu 27'000 Hühner in einer Masthalle oder bis zu 1'500 Mastschweine im gleichen Stall leben müssen, ist das im Empfinden vieler Menschen nicht mit einem rücksichtsvollen Umgang mit Nutztieren vereinbar. Solche Tierhaltung ist in der Schweiz jedoch möglich, obwohl wir im internationalen Vergleich eine gute Tierschutzgesetzgebung haben. Die Qualität des Tierschutzes ist nicht nur eine Frage der Höchsttierbestände pro Stall und pro Betrieb. Den Mastschweinen gesteht unsere Tierschutzgesetzgebung eine Mindeststallfläche von einem Quadratmeter zu. Wer schon erlebt hat, wie Schweine sich verhalten, wenn sie sich im Freien tummeln, weiss, dass der aktuelle Minimalstandart nicht artgerecht ist. Das gilt auch für Hühner, Kälber und Rinder.

Ich bin überzeugt, dass die Annahme der Massentierhaltungsinitiative dazu beiträgt, das Tierwohl in unserer Landwirtschaft zu verbessern. Sie verlangt, dass die verschärften Tierschutzbestimmungen auch für Importe gelten und auch den Einkaufstourismus betreffen. Es kann nicht sein, dass unsere Bauern strenge Auflagen erfüllen müssen und der Konsument kauft dann billige tierische Produkte im nahen Ausland ein. Es ist sicher so, dass Fleisch bei einer Annahme der Initiative teurer würde. Zum Wohle unserer Nutztiere und im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung müssen wir jedoch akzeptieren, dass Fleisch ein kostbares Lebensmittel ist und wir es nicht mehr jeden Tag, sondern nur noch zweimal in der Woche geniessen können.

 

(Ernst Ritzi)


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