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Kirche

500 Jahre Reformation im Thurgau

THURGAU. Nächstes Jahr feiert die Reformation ihr 500-jähriges Bestehen – für die Evangelische Kirche ein hohes und bedeutendes Jubiläum. Im ganzen Land beginnen die Kirchgemeinden schon jetzt Projekte, Reisen und weitere Events aufzugleisen. Auch im Thurgau tut sich was.

Von Basil Höneisen

Die Kirchen feiern: Fürs Jahr 2017 haben bereits einige evangelische Kirchgemeinden aus dem Thurgau Vorbereitungen getroffen, um das runde Jubiläum der Reformation gebührend zu feiern. Viele Kantone starten Events und können diese auf einer Webseite, die speziell dafür ins Leben gerufen wurde (www.ref-500.ch), online schalten. «Das Evangelium im Mittelpunkt» erscheint in grossen Buchstaben auf der Startseite.

Eine neue Plattform und die Thesen-Broschüre

Tecum, das Zentrum für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau der Evangelischen Landeskirche Thurgau, will eine Plattform aufbauen, auf der alle Veranstaltungen mit Bezug zum Jubiläum aufgeführt sind – speziell für den Apfelkanton. Doch das ist nicht das Einzige. «Wir bringen das Projekt Unsere Thesen für das Evangelium des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK in den Thurgau», sagt Tecum-Leiter und Pfarrer Thomas Bachofner, «es geht darum, dass in bestehenden Gruppen oder an Anlässen bestimmte reformationstypische Fragen aufgenommen, diskutiert und in einem Satz zusammengefasst werden». Diese Sätze würden dann kantonal gesammelt und an den SEK weitergeleitet werden. «Daraus entsteht eine Broschüre mit gesamtschweizerischen Thesen, die dann den Kantonalkirchen zur Verfügung steht».

Reisen mit Bildungseffekt

Diverse Kirchgemeinden planen internationale Ausflüge. Arbon besucht Wittenberg und Berlin. Bürglen begibt sich ebenfalls Richtung Wittenberg und reist auf den Spuren von Martin Luther weiter bis nach Eisenach. Felben organisiert eine einwöchige Gemeinde- und Bildungsreise mit Kirchenpräsident Edi Ulmer. «Unsere diesjährige Gemeinde- und Bildungsreise führt in die Normandie und die Bretagne mit Schwerpunkt auf gotischen Kathedralen», sagt er. Im Jahr 2017 geht es in der Woche des evangelischen Kirchentages nach Berlin. Rund 100'000 Besucher werden am Kirchentag in der deutschen Hauptstadt erwartet.

Von der Keilschrift zur Computerbibel

In Bischofszell und Berg findet eine Bibelausstellung mit Bibelschätzen aus rund zwei Jahrtausenden statt. In zehn Abteilungen wird die Geschichte der Bibel von der Entstehung der Schrift über die Funde von Qumran bis hin zur High-Tech-Bibel dokumentiert. Über 100 Schautafeln illustrieren die Geschichte der Bibel. Die Ausstellung, genannt Qumran- und Bibelausstellung Sylt, entstand in den 90er Jahren unter Leitung von Alexander Schick, des Autors von Bestsellern wie «Faszination Qumran» oder «Das wahre Sakrileg».

«semper reformanda»

Für das Jahr 2017 hat die Synode, das kantonale Kirchenparlament, die Durchführung einer Gesprächs-Synode unter dem Zeichen der Reformation vorgeschlagen. Das Motto ist »semper reformanda», den zweiten Teil der Grundüberzeugung der Reformatoren, dass die Kirche Christi nicht ein für alle mal zu reformieren ist oder war, sondern immer wieder neu sich selber überprüfen muss. «Die ersten Reaktionen sind ermutigend», sagt Jakob Bösch, Präsident der Synode, «eine kleine Arbeitsgruppe beginnt im neuen Jahr mit der Erarbeitung eines Konzepts.» Nebst all den Reisen, Ausstellungen und Arbeitsgruppen engagieren sich viele weitere Kirchgemeinden mit Referaten, musikalischen oder historischen Anlässen.

Zwingli-Tour

Der Thurgauer Kirchenbote macht im Herbst mit Hans-Martin Enz, der Pfarrer und Buschauffeur zugleich ist, eine Leserreise im Sinne einer «Zwingli-Tour». Die Route verläuft ausschliesslich durch Orte, an denen Zwingli in der Schweiz wirkte: Wildhaus, Einsiedeln, Kloster Kappel und Weesen.


Kinderseite

Der Kirchenbote bietet auch den Kleinen die Gelegenheit, Religion näher kennenzulernen. Auf der Kinderseite erfahren Mädchen und Buben auf spielerische Art mehr über die Bibel und haben die Chance, beim Rätsel-Wettbewerb einen tollen Preis zu gewinnen.

Kiki.ch

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