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Spiritualität

Wegzeichen

«Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht?» (Römer 8,24)

Welch wunderbare Verheissung und zugleich – was für eine Herausforderung! Seit nun bald 2000 Jahren halten Menschen an der Verheissung Jesu Christi fest.
Jesus, der für uns den schmerzhaften Weg ans Kreuz ging, damit wir den freien Zugang zu unserem himmlischen Vater erhalten. Diesen Zugang erhalten wir im Glauben an das Erlösungswerk Jesu Christi. Und doch ist es oft schwierig, sich an etwas festzuhalten, was man nicht sieht, da wir stark aufs Schauen fixiert sind. Auch mir fällt es oft schwer, an etwas festzuhalten, was ich nicht sehe.
Bereits dem Apostel Thomas erging es ähnlich. Als seine Freunde den auferstandenen Jesus sahen und er nicht anwesend war, glaubte er den Worten seiner Freunde nicht. Irgendwie war diese Botschaft zu viel für Thomas, seine Vorstellungskraft liess ihn hängen. Oder man könnte sagen, er stand sich selber auf dem Schlauch. Thomas war jedoch nicht der einzige Zweifler.
Nein, auch seine Freunde zweifelten anfänglich, sei es an den Aussagen der Frauen, die am Grab waren oder bei den Jüngern, die auf dem Weg nach Emmaus waren. Jedoch erschien Jesus seinen Freunden ein weiteres Mal, und auch Thomas war nun anwesend. Was würde jetzt wohl passieren? Jesus ging nicht auf Thomas zu und hielt ihm eine Moralpredigt. Nein, er ging auf ihn zu und zeigte ihm seine Wundmale, und Thomas berührte sie. In diesem Moment realisierte Thomas, wer vor ihm stand. Er erkannte nicht nur den erwarteten Messias Israels. Nein, er erkannte seinen persönlichen Retter, und so sprach er: «Mein Herr und mein Gott!» (Joh. 20,28).
Jesus spricht zu Thomas anschliessend sinngemäss Folgendes: «Jubeln dürfen die, welche zum Glauben kommen, ohne dass sie mich gesehen haben.» Welch eine Aussage! Sie scheint im ersten Moment hart zu sein, und so möchte ich nun den Kreis meiner Gedanken zu Römer 8,24 schliessen.
Es gibt Momente im Leben, da scheint alles unmöglich zu sei. Es scheint, als ergebe alles keinen Sinn mehr. Und trotzdem werden wir aufgefordert, zu glauben und zu hoffen auf die vielen Zusagen, die wir von Gott erhalten haben. Ist dies lediglich geforderter Zweckoptimismus? Ich denke nicht. Wer in der Bibel liest, wird feststellen, dass Gott immer und immer wieder rettend eingegriffen hat.
Bis heute glauben Christinnen und Christen den Zusagen Jesu, weil sie sein Wesen kennen. Denn indem wir uns mit der Bibel beschäftigen, lernen wir das Wesen Jesu besser kennen. Von uns wird keine perfekte Nachfolge verlangt. Nein, es gibt im Leben Zweifel. Aber wir dürfen voller Vertrauen hoffen, dass das, was noch nicht ist, sein wird. Jesus zeigt sich uns in unserem Leben so, wie wir es benötigen, damit auch wir von ganzem Herzen sagen können; «Jesus, mein Herr und mein Gott!»

(19. November 2018, Marcel Urban)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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