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60plus: Wie kann die Kirche Freiwillige gewinnen?

Nicht nur die Reiseveranstalter haben die Generation 60plus entdeckt – die «neuen Alten» sind auch die «neuen Freiwilligen». Was kann die Kirche tun, um dieses Potenzial zu nutzen?

→ Finden Sie es heraus und diskutieren Sie am Ende dieses Beitrags mit!

Mehr als die Hälfte der Seniorinnen und Senioren engagieren sich in der Schweiz freiwillig und ehrenamtlich. Dass sich viele Menschen über 65 engagieren möchten, stellt Vereine und Organisationen und auch die Gemeinden vor neue Herausforderungen. Die «neuen Alten» sind auch die «neuen Freiwilligen» und sie haben oft ganz andere Erwartungen und Ressourcen als die bisher freiwillig Tätigen.

Pensionierte möchten teilhaben an der Gesellschaft
In der «Aargauer Zeitung» umschreibt Ines Walter Grimm, Geschäftsleiterin von Benevol Aargau, die Erwartungen der «neuen Alten» so: «Für Menschen, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen, haben das Sich-Engagieren, das Weiterhin-Kompetenzen- Einbringen und das Sozialkontakte-Gewinnen eine grosse Bedeutung. Oft ist die Freiwilligenarbeit für sie wichtiger als für Menschen, die noch aktiv im Berufsleben stehen.» Wer pensioniert ist, verliere oft und schnell sein Netzwerk und werde auch nicht mehr angefragt. Dabei sei es genau das, was viele Pensionierte sich wünschten: «Sie möchten weiterhin teilhaben an der Gesellschaft und etwas Sinnvolles tun und sie möchten durch ihre freiwillige Arbeit Wirkung erzeugen, mitreden, mitgestalten und auf Augenhöhe wahrgenommen werden.»

Draht zu Senioren finden – aber wie?
Auch für die kirchliche Arbeit liegt in der Generation 60plus ein Potential. Wie können die Kirchgemeinden die «neuen Alten» als Freiwillige und Ehrenamtliche für ihre Arbeit gewinnen? Wie kann es gelingen, dass Frischpensionierte den Draht zur Kirche wieder aufnehmen und sich in der kirchlichen und diakonischen Arbeit engagieren?

Die Redaktion des Kirchenboten hat zwei Präsidenten von Kirchenvorsteherschaften, die selbst zur Generation 60plus gehören, nach ihren Ideen gefragt, wie «neue Alte» für die kirchliche Arbeit gewonnen werden können. Ihre Antworten finden Sie per Klick auf die Artikel unten. Zudem haben Sie die Möglichkeit, per Kommentarfunktion selber mitzudiskutieren.


(Text: Ernst Ritzi, Bild: Adobe Stock/luciano, Februar 2020)



Von Anja Knöpfli erfasst am 28.02 2020 04:48

60-plus-Mentorinnen

Ich fände es gut, wenn 60plus Frauen in der Kirche Ihr Wissen, Erfahrung und Weisheit weitergeben könnten an die jüngere Generation von Frauen. Auch wenn heute mehr Frauen Theologie und Diakonie studieren und als Freiwillige arbeiten in Kirchgemeinden, fehlt es teilweise immer noch an Mentorinnen, da es immer noch mehr männliche Ausbilder im Thurgau gibt für Theologie und Diakonie, diese könnten 60-plus-Mentorinnen ergänzen. Ebenfalls sind in der Behörde, Synodevertretung und Leitung immer noch mehr Männer (so ist es in meiner Kirchgemeinde Bischofszell-Hauptwil). Auch hier könnte ich mir vorstellen, dass 60-plus Frauen hier Ihre Weisheit einen wichtigen Beitrag leisten. Das wäre auch der Fall in der Freiwilligenarbeit. Mentoring kann auf diese Weise auch Generationen zusammenbringen. Wir haben zulange in Fokusgruppen gedacht und wenn Kirchgemeinden kleiner werden, sind generationsübergreifende Projekte und Gottesdienste wichtiger für den Zusammenhalt unserer Kirchgemeinden und Evangelische Landeskirche Thurgau. 60-plus-Mentorinnen eine Chance dafür.

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