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«Ehe für alle» auch bei der kirchlichen Trauung?

Der Rat des SEK befürwortet die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und beantragt, den Mitgliedkirchen zu empfehlen, die «Ehe für alle» auch bei der kirchlichen Trauung anzuwenden.

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Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) hat es sich nicht einfach gemacht, zur vom Bund durchgeführten Vernehmlassung zur «Ehe für alle» Stellung zu nehmen. Zum innerkirchlichen Gespräch über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare hat der Rat des SEK im Juni 2019 festgehalten: «In der Frage der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare bestehen innerhalb der reformierten Kirche ablehnende und befürwortende Positionen. Sowohl befürwortende als auch ablehnende Haltungen berufen sich auf die Bibel und kirchlich-theologische Traditionen. Beide Positionen vertreten wichtige Argumente und gehören deshalb unverzichtbar zum innerkirchlichen Gespräch über die Ehe. Das innerkirchliche Gespräch über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare soll in einer geschwisterlichen Haltung geführt werden: Das bedeutet mit gegenseitigem Respekt und Achtung für die Glaubensüberzeugungen anderer.»

Darüber entscheidet die Abgeordnetenversammlung des SEK
Aufgrund der Diskussion im Juni 2019 hat sich der Rat des SEK entschieden, der Abgeordnetenversammlung vom 4. und 5. November 2019 folgende Anträge zu stellen:

1. Die Abgeordnetenversammlung (AbgV.) befürwortet die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf zivilrechtlicher Ebene.
2. Die AbgV. empfiehlt den Mitgliedkirchen, den allfällig neuen zivilrechtlichen Ehebegriff für die kirchliche Trauung vorauszusetzen.
3. Die AbgV. empfiehlt den Mitgliedkirchen, die Wahrung der Gewissensfreiheit für Pfarrerinnen und Pfarrer bezüglich der kirchlichen Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren in den Reglementen ihrer Landeskirchen vorzusehen.
4. Die AbgV. empfiehlt den Mitgliedkirchen, Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare in die Trauregister aufzunehmen und die Liturgie gleich zu gestalten wie die Trauungen heterosexueller Paare.

Die Redaktion des Kirchenboten hat einem Befürworter und einem Gegner der Öffnung der kirchlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare die Frage gestellt, was sie von der Öffnung erwarten und wie sie mit Vorbehalten, die dazu innerhalb der Kirche geäussert werden, umgehen. Die Antworten und weitere Hintergründe zum Thema finden Sie in den nachfolgenden Artikeln. Per Kommentar-Funktion haben Sie die Möglichkeit, selber mitzudiskutieren.


(24. Oktober 2019, Text: Ernst Ritzi, Bild: hochzeitsfotograf/pixelio.de)



Von Wolfgang Ackerknecht erfasst am 04.11 2019 08:20

Ehe für alle (November-Kirchenbote)

Mir gefällt die Formulierung von Peter Kuster nicht, dass die Homosexuellen in der jüdisch-christlichen Tradition 3'000 Jahre diskriminiert wurden. Das ist eine verletzende Verallgemeinerung und Behauptung. Immer mehr zeichnet sich ab, dass 'konservativ' denkende Menschen (eigentlich im Glaubensverständnis ein positives Attribut) schubladisiert und als homophob bezeichnet werden, ohne dass sie sich zum Thema geäussert haben. Fakt ist, dass wir alle unsere Haltungen immer wieder reflektieren müssen, damit sich nicht Kritik und Ablehnung gegen andere Menschen einnisten). Und dies betrifft kirchliche und gesellschaftliche Lebensfragen.

Von Markus Widounig erfasst am 07.11 2019 12:06

Ehe für alle

Das ist bestimmt wieder so ein heisses Thema wie z.B. das Thema Abtreibung. Ich habe mir die Frage gestellt was nun Gott von homosexuellen Beziehungen hält? Meine Meinung ist da nebensächlich, denn es gilt was Gott sagt. Jesus ist nämlich nicht nur unser Retter sondern auch unser Richter. Die Gemeinde Gottes ist daher aufgefordert Gottes Wort hier auf der Erde zu vertreten. Also SEINE Meinung zu vertreten, nicht unsere! Jetzt wird es kompliziert denn die nächste Frage ist ob wir die Bibel als Wort Gottes und einzige Wahrheit, als den Willen Gottes, anerkennen oder ob doch eine andere "Religion" die absolute Wahrheit hat? Nur weil jemand behauptet, dass er an Jesus Christus glaubt heisst das noch lange nicht, dass er glaubt, dass der Mensch (Adam und Eva) sich von der Schlange (dem Teufel) betrügen liess. Dass er glaubt, dass wir Menschen Nachkommen Adams sind und eben nicht vom Affen abstammen. Und dass er glaubt, dass Jesus Christus den Himmel verliess, um uns Menschen vom sicheren Tod durch unsere Sünde zu befreien, indem er seinen Leib hergab und sein Blut vergoss, damit wir, die umkehren von unseren Sünden und ihn als Herr und Retter annehmen, an der Auferstehung teilhaben können. Beispiel in der Bibel: In der Apostelgeschichte kam plötzlich die Forderung von den einen Christen, dass sich die Heiden, welche zu Christus gekommen sind, auch beschnitten werden müssten. Es ist also "normal", dass gewisse Themen verschieden angeschaut werden in der Gemeinde Gottes. Von der Art und Weise wie Paulus und andere Älteste dieses Problem angingen, können wir uns heute noch gerne einen Scheibe abschneiden. Sie gingen nach Jerusalem und beteten bis sie geführt vom Geist Gottes die Antwort bekamen (Apg 15,28). Ich meine damit jetzt nicht, dass wir nach Jerusalem gehen sollten, sondern dass wir in Beziehung mit Jesus einfach mal den Heiligen Geist fragen sollten. Und dass uns SEIN Wille wichtiger sein sollte als unser Verständnis und unsere Meinung, welche ja sowieso nur auf Menschen Weisheit beruht und nicht die Weisheit Gottes ist. Ich bin zum Schluss gekommen, dass Gott keine gleichgeschlechtlichen Beziehungen will und dass er uns warnt, weil es Sünde ist. Jesus liebt uns Menschen und will uns vor der Sünde warnen. Dies sollte die Gemeinde auch tun denn die Schlange, welche der Teufel ist, will uns Menschen zur Sünde verführen welche unseren sicheren Tod bedeutet. Jesus meint es nur gut mit uns. Ich bin auch überzeugt, dass diese Anziehungskraft von welcher viele gleichgeschlechtlich Gesinnte berichten nicht etwa von Gott kommt oder unwiederuflich angeboren ist, sondern dass es sich hier um dämonische Aktivitäten handelt von welcher Jesus auch Freiheit verspricht.

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