Logo
«Fake news»

Wie gehen wir damit um, dass die Wahrheit oder ein Teil davon ausgeblendet wird und dass in sozialen Medien sogar bewusst falsche Tatsachen – sogenannte «Fake news» – verbreitet werden?

→ Diskutieren Sie am Ende dieses Beitrags mit!

Der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht beteuerte 1961, dass niemand die Absicht habe, eine Mauer zu bauen. Dabei wusste er schon, dass kurz darauf der Eiserne Vorhang zum Westen dichtgemacht werden sollte. Der amerikanische Präsident Richard Nixon behauptete zu Beginn der 1970er-Jahre, er habe nichts vom Einbruch in das Watergate- Gebäude – in die Wahlkampfzentrale seiner politischen Konkurrenz – gewusst.

Öffentliche Lügen mit unbekannter Urheberschaft
Während man bei der traditionellen Lüge noch klar wusste, von wem sie stammt, gibt es dank den sozialen Medien Fälle, bei denen nicht mehr eindeutig nachvollzogen werden kann, von wem die Lüge in die Welt gesetzt worden ist. Bei «Fake News» handelt es sich um öffentliche Lügen, die nicht mehr einem Urheber zugeordnet werden können.

Schulen sollen kritischen Umgang mit Quellen vermitteln
Viele Schweizerinnen und Schweizer sehen in der Verbreitung von Unwahrheiten und falschen Nachrichten eine «reale Gefahr» für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das hat eine Online-Befragung ergeben, die im Vorfeld der Ausstellung «Fake. Die ganze Wahrheit» im Stapferhaus Lenzburg durchgeführt wurde. 83 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich auch selber zumindest gelegentlich von falschen Nachrichten in ihrer politischen Meinungsbildung beeinträchtigt sehen. Geht es um mögliche Gegenmassnahmen, sehen die meisten die öffentlich-rechtlichen Medien – zum Beispiel die SRG – in der Pflicht. Bei den möglichen Massnahmen findet nur eine einzige Forderung eine klare Mehrheit: In der Schule soll vermehrt Gewicht auf das Erlernen eines kritischen Umgangs mit Quellen gelegt werden.

Die Redaktion des Kirchenboten wollte von einem Medienpädagogen und von einem Ethiker wissen, was sie zum Umgang mit «Fake News» empfehlen. Ihre Einschätzungen finden Sie weiter unten. Per Kommentarfunktion haben Sie zudem die Möglichkeit, selber mitzudiskutieren.


(Text: Ernst Ritzi, Bild: pixabay.com)



Kommentar erstellen