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Geldspiele: Was nützt eine Sperre im Internet?

Konzession, Abgaben, sogar Internetsperren. Das Geldspielgesetz wirft exemplarisch Fragen nach «Geld und Geist» auf: Kann eine Sperre Spielsüchtige vom illegalen und unkontrollierten Geldspiel abhalten?

Für Geldspiele im Internet sollen dieselben Regeln gelten wie für die klassischen Möglichkeiten, Geld zu verlieren oder zu gewinnen, zum Beispiel bei Lotterien oder an Geldspielautomaten in Salons und Casinos. So will es das neue Bundesgesetz über Geldspiele, über das an der eidgenössischen Volksabstimmung vom 10. Juni 2018 entschieden wird.

Staat und Gesellschaft haben zum Glücksspiel mit und um Geld ein gespaltenes Verhältnis. Weil das Spielen mit Geld süchtig machen kann und menschliches und soziales Elend verursacht, werden ihm vom Staat zum Schutz vor Spielsucht Grenzen gesetzt. Als «Abgeltung» werden Abgaben erhoben, die für einen guten Zweck eingesetzt werden.

Dass für alle Anbieter von Geldspielen dieselben Regeln gelten sollen, ist in der Abstimmungsdiskussion weitgehend unbestritten geblieben. Dass der Bund die Regeln bei Online-Geldspielen aber mit einer Internetsperre durchsetzen will, hat zu einem Meinungsgraben zwischen den Generationen geführt: Alle Jungparteien ausser der Jungen CVP befürchten, dass die Netzsperren der Anfang von Zensur im Internet sein könnten. In der Abstimmungsinformation des Bundes wird erklärt, wie die Netzsperren funktionieren und es wird auch eingeräumt, dass die Sperren umgangen werden können: «Obwohl eine solche Zugangssperre umgangen werden kann, dürfte sie bei durchschnittlichen Nutzerinnen und Nutzern Wirkung entfalten – so wie dies auch eine Abschrankung um eine Baugrube oder ein Zaun um eine Weide tun.»

Die Redaktion des Kirchenboten hat eine Suchtpräventionsfachperson und einen IT-Fachmann gefragt, was sie von der Wirksamkeit von Internetsperren im Kampf gegen die Spielsucht halten.


(24. Mai 2018, Text: er, Bild: fotolia.com/ur)



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