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Kirchen heizen oder nicht?

Kirchen im Winter zu heizen ist anspruchsvoll und energieaufwändig. Die Räume sind gross, meist hoch, und die Wände sind nicht isoliert (kalt). Die aktuell drohende Energieknappheit stellt die Kirchgemeinden vor Herausforderungen.

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Mit dem Slogan und der Kampagne «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.» ruft der Bundesrat die Schweizer Bevölkerung auf, Energie zu sparen. So sollen die als Folge des Kriegs in der Ukraine befürchteten Engpässe bei der Versorgung mit Gas und Strom im kommenden Winter verhindert werden. Auf freiwilliger Basis sollen 15 Prozent der Energie gespart werden. Auf der Webseite www.nicht-verschwenden. ch finden sich Tipps und Hinweise, wie jeder und jede dazu beitragen kann, den Energieverbrauch im Alltag zu senken.

Erzbistum Köln empfiehlt, Kirchen nicht zu heizen
Auch die Kirchen sind gefordert. Das Erzbistum Köln ist so weit gegangen, den Pfarreien zu empfehlen, die Kirchen in diesem Winter nicht zu heizen. Die Kirchenleitung ist sich der «Nebenwirkungen» bewusst. Im Rundschreiben an die Pfarreien heisst es dazu: «Es ist uns klar, dass Gottesdienste und Veranstaltungen in den Kirchen dadurch weniger komfortabel sein werden, und es auch Nutzerkreise geben wird, die gegebenenfalls dadurch vom Besuch der Kirchen abgehalten werden.»

Gottesdienste ins Kirchgemeindehaus verlegen
In der Schweiz haben sich die Kirchen bisher nicht prominent zu ihrem Beitrag zum Energiesparen im kommenden Winter geäussert. Unter dem Gesichtspunkt der Klimagerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung hat sich der Verein Kirche und Umwelt oeku in einem Leitfaden für Kirchgemeinden und Pfarreien unter dem Titel «Energie sparen und Klima schützen» bereits im Jahr 2009 zum sorgsamen Umgang mit Energie geäussert. Auf der Webseite www.oeku.ch ist unter Energiespartipps zu lesen: «Gottesdienst eventuell in einem kleineren Raum durchführen.» Das Kirchgemeindehaus könnte zur «Winterkirche» werden.

Die Redaktion des Kirchenboten hat einen Verantwortlichen in einer Kirchgemeinde und einen kirchennahen Thurgauer Energiepolitiker gefragt, was sie zur Beheizung der Kirchen im kommenden Winter meinen.

 

(Ernst Ritzi, Bild: Ev. Kirchengemeinde Herten-Disteln)



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