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«Reformiert» – was meinen wir damit?

500 Jahre nach der Reformation in Zürich tun wir «Reformierte» uns oft schwer, unsere Konfession zu erklären. Wir sind «nicht katholisch» – das ist eine Abgrenzung –, aber was sind wir selbst? 

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In der Vergangenheit und auch heute noch wird die Frage nach der Religionszugehörigkeit meist auf die konfessionellen Wortgeschwister «katholisch» oder «reformiert» reduziert. Wird nach dem Charakter und dem Inhalt des reformierten Christseins gefragt, entsteht nicht selten so etwas wie Verlegenheit, weil es ja seltsam anmutet, wenn wir unser «reformiert» damit erklären, dass wir eben «nicht katholisch» seien. Im Reformationsjahr 2017 hat Fernsehen SRF unter dem Titel «Wie reformiert sind Sie?» einen Selbsttest mit sieben Fragen ins Internet gestellt. Die Fragen beziehen sich auf Werthaltungen, die der reformierten und katholischen Tradition zugeschrieben werden.

So sieht SRF das reformierte Persönlichkeitsprofil
Das reformierte Persönlichkeitsprofil wird im SRF-Test so beschrieben: «Über Brauchtum und Tradition denken Sie kritisch nach. Glaube ist für Sie vor allem etwas Individuelles. Nach reformierter Auffassung steht jeder Mensch selbst vor Gott und seinen Mitmenschen – deswegen brauchen Sie auch keine Bilder, Priester oder Heilige als Vermittler. Insgeheim denken Sie sich: Ich bin für mich verantwortlich, ich habe es selbst in der Hand. Also mache ich was draus – oder lass es bleiben. Aber ich beschwere mich nicht.»

So sieht SRF das katholische Persönlichkeitsprofil
Das katholische Persönlichkeitsprofil wird im SRF-Test so beschrieben: «Sie sympathisieren mit Ideen der römisch-katholischen Kirche. Das heisst nicht, dass Sie zu allem Ja und Amen sagen, was der Papst macht. Denn auf keinen Fall wollen Sie päpstlicher sein als der Papst. Ein Auge zudrücken ist menschlich – und obendrein sympathisch. Damit das Leben nicht beliebig wird, helfen Ihnen Traditionen und Werte. An die muss man sich nicht immer halten – aber die meisten haben schon einen Sinn. Strukturen empfinden Sie nicht als Zwang, sondern als Unterstützung in einer chaotischen Welt.» Warum fühlen und verstehen Sie sich als «Reformierte»? Diese Frage hat die Redaktion des Kirchenboten einer Frau und einem Mann gestellt, die bekannt dafür sind, dass sie sich Gedanken zum Verhältnis von Kirche und Gesellschaft machen. (20. Dezember 2018, Ernst Ritzi, Grafik: Mester)



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