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Vergeben, vertrauen, verzichten!

Die Diskussionen rund um Corona füllen Zeitungsspalten und Online-Medien. Hüben und drüben wird scharf geschossen und zuweilen mit Bibelzitaten argumentiert. Der Umgangston wird rauer. Deshalb lanciert der Kirchenbote eine Online-Diskussion, deren Voten Andersdenkende nicht verurteilen.

→ Mitdiskutieren!

Schreiben Sie mit! Einzige Bedingung, dass wir Ihre Stellungnahme in unseren Online-Kommentaren veröffentlichen: Verzichten Sie auf Verurteilungen, schreiben Sie im Sinne der Vergebung, die verheissen ist, und im Vertrauen auf Gott, dass er trotz allem Leid und aller unterschiedlicher Meinungen über allem steht. Kennen Sie Beispiele, bei denen Impfbefürworter und Impfskeptiker vorurteilslos aufeinander zugehen und miteinander etwas unternehmen? Dann teilen Sie diese Geschichten doch über die untenstehende Kommentarfunktion.

Wir freuen uns auf Ihre versöhnlichen Voten!



Von Greuter erfasst am 30.11 2021 10:59

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Es ist schwer , auch für die Kirche eine gute Stellung zu beziehen. Immerhin dürfen wir noch ohne Zertifikat in den Bänken sitzen oder eine Sitzung halten. Aber beim Kirchenkafee wird es schwierig, wenn nicht alle dabei sein dürfen. Mein Mann ist freiwillig daheim, aber ich arbeite ehrenamtlich mit und will mich auch weiterbilden. Zum Glück gibt es das Internet, aber der Besuchsdienst ist schon schwierig zum neutral bleiben. Hoffe nun sehr auf die Adventszeit, wo wir doch bei den Adventsfenster draussen zusammenkommen und auf unseren Retter und Heiland schauen .

Von Rechsteiner erfasst am 02.12 2021 11:12

Zitate von Felix Aeschlimann

Gesundheit als Ersatzreligion? Wenn die gegenwärtige Pandemie uns Christen den Blick aufs Wesentliche öffnet und uns zeigt, wo wir das Ziel aus den Augen verloren haben, dann können wir ihr viel Gutes abgewinnen. Ich meine, die Coronakrise deckt die grösste Ersatzreligion unserer Gesellschaft auf: Gesundheit. So verstieg sich selbst ein christlicher Politiker neulich zur Aussage: «Gesundheit ist das Wichtigste im Leben.» Ein Statement, das in den Ohren von chronisch Kranken zynisch klingt. Und doch hört man auch von Frommen immer öfter: «Hauptsache gesund!» Als wäre das gute und schöne Leben auf dieser alten Erde das ultimative Ziel von uns Christen. Unsere Gesellschaft unterordnet der Gesundheit nahezu alles. Wir lassen sie uns Milliarden kosten, opfern der Verlängerung des Lebens selbst im allerspätesten Lebensabend um ein paar Monate ein Volksvermögen, riskieren für die Gesundheit eine Wirtschaftskrise, befolgen ein ausgeklügeltes Reinigungsritual und ziehen uns wie Mönche asketisch aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, um unsere Gesundheit zu schützen. Vor lauter Vorschriften, Regeln, Gesetzen, Einschränkungen, die das gute Leben etwas verlängern sollen, vernichten wir jede Lebenslust und treiben die Leute in die Depression. Genau dies ist das Merkmal jeder schlechten Religion: Gesetzlichkeit, die nicht Glück und Lebensfreude optimiert, sondern vernichtet. „Alles, was der Mensch hat, gibt er hin für sein Leben“, behauptet Satan (Hiob 2,4). Tatsächlich: Die Gesundheit mutierte zum Ersatzgott: Die Ärzte ersetzen die Pfarrer, die Spitäler Kirchen und Kathedralen, Therapien, Diäten und Medizin die Gnadenmittel, die Arztvisite die Beichte, der Impfausweis den Taufschein. Sterben hat in dieser neuen Religion keinen Platz mehr. Auferstehung ist schlicht nicht mehr im Blickfeld. Ja, der Tod ist unser Feind und nein, wir sollen das Leben nicht verachten, sondern schützen und geniessen! Aber irgendwann ist aus-gelebt. Und in einer Zeit, die unsere Sterblichkeit wieder stärker ins Bewusstsein rückt, hätten wir Christen die einmalige Chance, den Menschen das eigentliche Ziel zu zeigen: ewiges Leben. Stattdessen lese ich da in einem Wort zum Sonntag: «Lasst uns keine Kosten scheuen, um Leben zu retten, denn Tote stehen nicht mehr auf.» Das also ist das neue „Evangelium“: Tote stehen nicht mehr auf! Sind wir Christen dermassen irdisch orientiert, dass diese Welt das Einzige ist, was bleibt und zählt? Schämen wir uns, über die Auferstehung der Toten zu reden, die Kernbotschaft des christlichen Glaubens schlechthin? Möge uns die Coronakrise die Augen öffnen für unsere blinden Flecken und uns zur Quelle des Lebens zurückführen, dem wahren Glück, das Gott uns im Leben wie im Tod – und weit darüber hinaus - schenken will.

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