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Warum nicht eine Predigt?

Zum Schweizer Nationalfeiertag werden Reden und Ansprachen gehalten. Vereinzelt finden zum 1. August auch Gottesdienste statt. Was kann in einer Predigt zu Themen wie Heimat und Schweiz gesagt werden?

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Wenn der 1. August auf einen Sonntag fällt, ist es naheliegend, eine Predigt zum Nationalfeiertag zu halten. Das war zum Beispiel im Jahr 2004 der Fall. Die Radiopredigt des früheren St. Galler Universitätsseelsorgers und Pfarrers Frank Jehle ist noch heute im Internet zu finden*. Als Grundlage für seine Predigt unter dem Titel «Betet, freie Schweizer, betet», wählte Jehle eine Bibelstelle aus dem 1. Timotheusbrief (1. Tim 2,1-4): «Insbesondere bitte ich euch nun, vor Gott einzutreten für alle Menschen in Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung, für die Könige und alle Amtsträger, damit wir ein ruhiges und gelassenes Leben führen können, fromm und von allen geachtet. Das ist schön und gefällt Gott, unserem Retter, der will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.»

«Gottes Herz schlägt nicht für eine auserwählte Nation»
Gleich zu Beginn seiner Radiopredigt hält Frank Jehle fest, dass der Gott des christlichen Glaubens für alle Völker da sei: «Gott ist nicht ein parteiischer Gott. Oder anders gesagt: Wenn er Partei ergreift, ergreift er für die Armen und Unterdrückten Partei. Gottes Herz schlägt nicht für eine besonders von ihm auserwählte Nation, die er mehr als die anderen lieben würde. Sondern für alle – besonders für diejenigen auf der Schattenseite – schlägt sein Herz. Heute auch für Asylbewerberinnen und Asylbewerber und überhaupt für Fremde.»

Gebet für die Amtsträger ist Aufruf zu eigenem Handeln
Ausgehend vom Satz «Betet, freie Schweizer, betet» in der ersten Strophe der Schweizer Nationalhymne nimmt Jehle Bezug auf das Gebet für die «Könige und alle Amtsträger» im 1. Timotheusbrief. Das Gebet versteht Jehle aus Ausgangspunkt zum Handeln: «Wer ernsthaft betet, kann unmöglich die Hände passiv in den Schoss legen, solange er oder sie einen Handlungsspielraum hat. Ich kann nicht Gott bitten, zu helfen, wenn ich nicht bereit dazu bin, auch selbst anzupacken.» Die Redaktion des Kirchenboten hat zwei regelmässige Predigthörer, die dafür bekannt sind, dass sie sich auch über die aktuellen Entwicklungen in Gesellschaft und Politik Gedanken machen, gefragt, was sie von einer Predigt zum 1. August erwarten würden. Ihre Antworten können Sie unten nachlesen. Nutzen Sie zudem die Kommentarfunktion, um Ihre eigene Meinung kund zu tun!


*Hier gelangen Sie zum Text der Radiopredigt von Pfarrer Frank Jehle.


(22. Juli 2019, Text: Ernst Ritzi, Bild: AdobeStock / Kathy images)



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