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Wie geht das zusammen: ökologisch und gerecht?

Die Thurgauer Kirchenverfassung ermuntert zum «Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung». Doch wie lässt sich das unter einen Hut bringen?

→ Diskutieren Sie am Ende dieses Beitrags mit!

In der Klima- und Umweltpolitik treten seit 40 Jahren immer wieder dieselben Grundfragen in Erscheinung. Schon vor der Klimabewegung wurde von einigen «das System» für den Raubbau an den natürlichen Ressourcen verantwortlich gemacht und die «Abschaffung des Kapitalismus» gefordert. Andere sind überzeugt, dass die Marktwirtschaft mit gesetzlichen Leitplanken des Staates und der internationalen Gemeinschaft die Klimafrage mit den richtigen Preisanreizen lösen kann. Wieder andere setzen auf die Marktmacht der Konsumentinnen und Konsumenten. Label wie «bio» und «fairtrade» haben den Anbau und den Handel mit sozial- und umweltgerecht produzierten Produkten in den letzten Jahrzehnten vorwärtsgebracht.

Mit dem persönlichen Verzicht tun wir uns schwer
Auf der persönlichen Ebene ist heute weniger von «Verzicht» die Rede als noch in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Aber es gibt ihn noch, den alternativen Lebensstil – zum Beispiel den Veganismus. Der ökologische Fussabdruck ist den meisten Zeitgenossen bekannt. Kann er ohne persönlichen Verzicht oder eine Anpassung des Lebensstils und der persönlichen Ansprüche und Gewohnheiten reduziert werden? Wenn es um Ansprüche an sich selbst geht, sind wir Menschen erfinderisch. Wer nicht von «Umwelt- und Klimasünden» lassen kann, bezahlt dafür mit Geld. Der Vergleich mit dem mittelalterlichen Ablasshandel drängt sich geradezu auf, wenn Schweizer Firmen ihren CO2-Ausstoss mit Umweltinvestitionen in anderen Ländern kompensieren oder wenn Langstreckenflüge über freiwillige «myclimate»-Abgaben kompensiert werden – schliesslich können wir uns das ja leisten…

Die Redaktion des Kirchenboten hat zwei ökologisch engagierte Menschen, die beruflich in der Kirche tätig sind oder waren, gebeten, zu beschreiben, wie sie den «Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung» unter einen Hut bringen. Die Antworten finden Sie weiter unten. Zudem haben Sie via Kommentarfunktion die Möglichkeit, selber mitzudiskutieren.


(Text: Ernst Ritzi, Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)



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