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Zwingli-Film ist Kino-Hit

Der Zwingli-Film hat die Spitze der Schweizer Kinocharts übernommen und läuft auch in den Thurgauer Kinos mit Erfolg. Wie kommt er beim Publikum an?

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Im Zwingli-Film werden das Wirken und das Leben des Zürcher Reformators Huldrych Zwingli – im Film gespielt von Max Simonischek – historisch nachgezeichnet.

Dank Anna Reinhart lebt der Film
Die Zuschauerinnen und Zuschauer finden den Zugang zur Zeit der Reformation und zum Reformator und seinen Widersprüchen über die Witwe Anna Reinhart – zuerst Nachbarin, dann Pflegerin des pestkranken Zwingli, dann Geliebte, dann Ehefrau und wieder Witwe. Über Anna Reinhart erhält man einen Einblick in die Glaubenswelt der vorreformatorischen Kirche. Als Weggefährtin des Reformators öffnet Schauspielerin Sarah Sophia Meyer als Anna Reinhardt auch den Zugang zu Widersprüchen und Sachzwängen, in denen sich Zwingli beim Umgang mit den Täufern oder in der Frage der konfessionellen Kriege bewegte.

«Parallele» Taufe und zerbrochene Tonschüssel
Anstoss zum Nachdenken gibt der Film auch mit starken Bildern, zum Beispiel mit der gleichzeitig und gleichwertig dargestellten Kinder- und Erwachsenentaufe. Mit denselben Bibelworten tauft Zwingli seine Tochter Regula und parallel dazu wird eine Wiedertaufe (Erwachsenentaufe) der Täufer dargestellt. Am Filmende übergibt Zwinglis Witwe auf dem Schlachtfeld von Kappel ein zerbrochenes Tongefäss der Erde – der Reformator zerschlägt es im Film, als er in die Schlacht zieht, um den neuen Glauben zu verteidigen…

Der Film «Zwingli» läuft auch im März noch in den Kinos, zum Beispiel in den Thurgauer Kinos in Weinfelden und Frauenfeld. Am Sonntag, 10. März 2019, 17.00 Uhr, ist Regisseur Stefan Haupt an der Filmvorführung im Cinema Luna in Frauenfeld dabei und stellt sich nach der Vorführung den Fragen des Publikums.

Die Redaktion des Kirchenboten hat eine Theologin und eine Theologiestudentin um eine persönliche und theologische Filmkritik zum Zwingli-Film gebeten. Nutzen Sie die Kommentarfunktion weiter unten, wenn auch Sie mitdiskutieren möchten.



Von Hans-Jörg Willi-Castelberg erfasst am 02.03 2019 09:09

Zwingli-Film

Die Kappeler Milchsuppe von 1529 fehlt im Film. Das ist verständlich. Aber ich bemängle die fehlende Milchsuppe in den Kommentaren der Theologie-Studentin bzw. -Dozentin. Grund: Die aus Milch und Brot bestehende Suppe war ein Zeichen der Versöhnung zwischen den beiden Heeren. Und sie war ein Sinnbild für die gegensätzlichen Interessen der Innerschweizer und der Zürcher. Die Milch der altgläubigen Bergbauern und das Brot der neugläubigen Städtbürger zeigen, dass schon vor 500 Jahren und länger ein Gegensatz zwischen Land und Stadt bestand. Darum hatte Hauptmann Niklaus von Flüe 1460 bei der Eroberung des Thurgaus auf die Einnahme von Konstanz verzichtet. Und darum ist heutzutage die SVP in den Dörfern und die SP in den Städten stark. Aus der Geschichte kann man lernen.

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