Jung, spannend und spannungsvoll

Steff Kellers Grundauftrag als Leiter der Projektstelle für junge Erwachsene ist es, Kirchgemeinden bei ihrer Arbeit mit Ideen, Impulsen oder praktischen Tipps und Beratung zu unterstützen. Weiter fördert die Projektstelle den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Kirchgemeinden. Daraus entstanden sind die kantonalen «Get-together»-Veranstaltungen: Sie ermöglichen es jungen Erwachsenen, sich mit anderen Gleichgesinnten über Glaubens- und Lebensfragen auszutauschen und Spass zu haben.
Mobilisieren, multiplizieren, motivieren
Zwischen 30 und 100 Personen haben an den letzten Treffen teilgenommen, die mintunter von Verantwortlichen einer Kirchgemeinde mitorganisiert werden. Sie konnten mit der Zeit auch weitere, vor allem kleinere Kirchgemeinden ins Boot holen, was dem Vernetzungsund Multiplikationsgedanken entspricht, der mit der Stelle verbunden ist. Doch dies sei gar nicht so einfach, erklärt Keller: «Wir brauchen eine neue Dynamik, um weitere Kreise zu ziehen. Aber bei den jungen Erwachsenen ist es schwierig, weil sie sehr mobil und flexibel sind und an vielen Orten jene Angebote in Anspruch nehmen, die ihnen im Moment gerade zusagen.»
An den nächsten Treffen im November und Dezember sollen möglichst Nägel mit Köpfen für die Zukunft gemacht werden, sagt Keller: «Wir möchten zu einem Leuchtturm für junge Erwachsene werden.» Er wünscht sich, dass sich innerhalb der Landeskirche ein zielgruppengerechtes, gottesdienstähnliches Gefäss etabliert. Am nächsten Treffen am 8. November sieht er eine «mega Chance für junge Erwachsene, andere in toller Atmosphäre kennenzulernen und diese Anlässe zum Anliegen ihrer Kirchgemeinde zu machen». Denn: «Es geht nun darum, die Trägerschaft zu fixieren und in den Kirchgemeinden das entsprechende Budget dafür zu sprechen.»
Der Grossteil der Finanzierung werde indes von der Kantonalkirche sichergestellt, betont Keller. Mittragende Kirchgemeinden könnten profitieren, auch wenn sie alleine ein derartiges Angebot oder auch andere eigene Projekte wie ein Lager, ein Gemeinschaftswochenende oder eine Konfirmationsnacharbeit nicht stemmen können. Keller ruft deshalb auch Verantwortliche von Kirchgemeinden auf, die bislang noch nicht dabei waren, mitzuwirken: «Das bietet nebst dem Erfahrungsaustausch und dem Motivationscharakter auch die Chance, zu einem späteren Zeitpunkt etwas Ähnliches selber zu entwickeln.»
Ernsthaftigkeit, Spiel und Spass
Was aber macht «Get-together» aus? Keller skizziert einen möglichen Ablauf in den Grundzügen: «Gebet, Anbetungszeit mit Musik und Liedern, Spiel und Spass mit Brett- und Kartenspielen und mit Diskussionen rund um Glaubens- und Lebensfragen.» Gerade darin liege auch eine gewisse Herausforderung: «Man will diskutieren, aber man macht es nicht, wenn man nicht sanft geschubst wird.» Er habe dies zum Beispiel mit kontroversen politisch-sozialen oder Glaubensthesen versucht, die im Zusammenhang mit denkwürdigen Ereignissen in Amerika standen. Damit seien die jungen Erwachsenen inspiriert worden, ihren eigenen Glaubensstandpunkt auf den Prüfstand zu stellen.
Dabei sei deutlich geworden, wie heterogen junge Erwachsene in der heutigen Zeit unterwegs sind. Dies mache seinen Auftrag zugleich spannend und spannungsvoll. Besonders interessant findet er in Übereinstimmung mit diversen anderen Kirchgemeinde-Verantwortlichen, dass immer wieder junge Erwachsene quasi aus dem Nichts in Gottesdiensten erscheinen: «Diese Beobachtung müssen wir nutzen, und ich bin gespannt, wie es geistlich weitergeht.»
«Get-together» für junge Erwachsene aus allen Kirchgemeinden: Sonntage, 8. Nov. und 13. Dez., jeweils 16 Uhr, Kulturtreff Goldener Dachs, Schulstrasse 1, Weinfelden.
Jung, spannend und spannungsvoll