News aus dem Thurgau

Gott kommt früher als der Missionar

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19.09.2018
Was meint Damian Brot aus Kreuzlingen zum Thema "Evangelisation - was ist so schwierig daran?

Evangelisation und Mission sind für mich Leitbegriffe für meinen Dienst als Pfarrer. Ich möchte in allem, was ich tue, Menschen näher zu Gott bringen und in der Verkündigung so sprechen, dass ich auch von kirchenfernen Menschen verstanden werde. Ich erlebe die Augenblicke, in denen ich bei Menschen Glauben wecken kann, als Höhepunkte in meiner Arbeit. Wenn die Kirche in einer säkularisierten Gesellschaft eine Zukunft haben soll, dann müssen Evangelisation und Mission zu Kernkompetenzen auch in der Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarrer werden.

Ich verstehe mich allerdings nicht als Verkäufer, der in einem Koffer Kostproben von Jesus zu den Leuten bringt, in der Hoffnung, dass sie irgendwann zu regelmässigen Kunden werden. «Gott kommt früher als der Missionar» ist der Titel eines Buches des brasilianischen Befreiungstheologen Leonardo Boff, das mir aus meiner Studienzeit in Erinnerung geblieben ist. Als Bilder Gottes wurden alle Menschen mit einer Antenne zum Himmel geschaffen und erhalten ständig Botschaften von Gott, auch wenn sie von Jesus und der Bibel noch nichts gehört haben. Evangelisation bedeutet darum nicht, Menschen aus ihrem Lebenskontext herauszunehmen und sie in etwas hineinzuführen, was ihnen bisher ganz unbekannt war. Eine missionarische Kirche wird bunter, vielfältiger, ökumenischer und sogar interreligiöser, wenn sie nach Spuren von Jesus auch in anderen Milieus, Kulturen und Religionen sucht und an diesen anknüpft.

 

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