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Spiritualität

Die Friedensbotschafter

Mit dem Friedenslicht, das von Bethlehem aus in die ganze Welt getragen wird, entstand 1986 ein neuer ökumenischer Adventsbrauch. Nachdem es 1993 erstmals den Weg in die Schweiz fand, feiern dieses Jahr fünf Städte die Ankunft des Friedenslichts am 3. Advent.


Wie ein Stein ins Wasser fällt und seine Kreise zieht, so verbreitet sich das Friedenslicht von seinem Ursprungsort Bethlehem aus in die ganze Welt. Kurz vor Weihnachten entzündet ein Kind die Flamme in der Geburtsgrotte Jesu Christi. Mit dem Flugzeug gelangt sie nach Wien. Dort nehmen Jugendliche aus über 30 Ländern das Licht in einem ökumenischen Gottesdienst entgegen, transportieren es in ihre Heimat, selbst bis nach Kanada, und verteilen es dort weiter. In vielen Schweizer Kirchgemeinden ist es Tradition, dass die Jugendlichen das Friedenslicht bei seiner Ankunft in Empfang nehmen, um es mit Laternen in die Kirchen zu tragen, wo alle es holen können. So gelangt die Friedensbotschaft aus dem Heiligen Land in Tausende von Haushalten. Auch prominente Politiker wie Michail Gorbatschow und José Manuel Barroso sowie Papst Benedikt XIV. nahmen das Friedenslicht entgegen. Jedes Jahr leuchtet es im Europäischen Parlament in Strassburg und im Advent 2001 am Ground Zero in New York. Der Friedenslicht-Brauch entstand aus einer Spendenaktion, die das ORF Landesstudio Oberösterreich 1986 ins Leben rief. Üblicherweise entzündet ein Kind aus Österreich das Licht in Bethlehem. Doch das Friedenslicht «kommt aus einer Welt, die im Gegensatz zu der unsrigen im Alltag gar nicht friedlich ist», wie der reformierte Basler Kirchenratspräsident Lukas Kundert bei der Ankunft der Flamme auf dem Münsterplatz in Basel betonte. Wegen des Konflikts im Nahen Osten mussten die Österreicher die Pilgerreise nach Bethlehem auch schon absagen. Die Aufgabe, das Friedenslicht in Wien zu holen und sicher nach Hause zu bringen, haben in allen Ländern die Pfadfinder übernommen. Ausser in der Schweiz. Die Gruppe, die am Freitag, 9. Dezember, um 21.40 Uhr in Zürich den Nachtzug besteigt, besteht aus Jugendlichen aus den reformierten Kirchgemeinden und katholischen Pfarreien. Die jungen Frauen und Männer aus den Kantonen Baselland, Freiburg, Tessin, Luzern und Zürich sind zwischen 15 und 18 Jahren alt.

74 Couchettes nach Wien
Für die Gesamtleitung der Reise ist die Fachstelle für Jugendarbeit der Reformierten Kirche Baselland FaJu verantwortlich.74 Couchettes sind für die Jugendlichen und ihre Begleiter reserviert. Die meisten von ihnen kommen aus Baselland (33 Teilnehmende) und aus Freiburg (28 Personen). Jede Gruppe nimmt aus Wien eine Flamme mit. Bei der feierlichen Übergabe spricht jede Nation einen Wunsch aus. Damit die Flamme unterwegs nicht erlischt oder den Zug in Brand setzt, braucht es ein Spezialgefäss. Die Kerzen darin brennen gut geschützt während zwölf bis 15 Stunden.

Mit der Fahne im Gepäck
Die Pfadfindergruppen bringen jeweils eine Fahne mit nach Wien. Auch die Schweizer Jugendlichen hatten letztes Jahr eine Landesflagge im Gepäck. «Doch diesen Dezember können wir sie erstmals wie die Pfadfinder mit einer Stange vor uns hertragen», freut sich FaJu-Leiter Martin Madörin. Am Sonntagmorgen sind die Jugendlichen bereits wieder in der Schweiz. Am Abend finden auf dem Münsterplatz in Basel, auf dem Europaplatz in Luzern und auf dem Bürkliplatz in Zürich sowie in der Eglise de St-Pierre in Freiburg und auf der Piazza Riforma in Lugano die Feiern zur Ankunft des Friedenslichts statt. Am Dienstag darauf steht dann für einige der Jugendlichen aus der Schweizer Delegation noch ein Termin im Bundeshaus in Bern an. Dort wird Bundespräsident Johann Schneider-Ammann das Friedenslicht aus ihren Händen entgegennehmen.

 

Friedenslicht-Ankunft:
Sonntag, 11. Dezember, 16.30–17.30 Uhr, Münsterplatz, Basel
Sonntag, 11. Dezember, 16–18 Uhr, Europaplatz, Luzern
Programm: www.friedenslicht.ch

24.11.16 / Karin Müller

 


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