Logo

Gott kommt früher als der Missionar

Was meint Damian Brot aus Kreuzlingen zum Thema "Evangelisation - was ist so schwierig daran?

Evangelisation und Mission sind für mich Leitbegriffe für meinen Dienst als Pfarrer. Ich möchte in allem, was ich tue, Menschen näher zu Gott bringen und in der Verkündigung so sprechen, dass ich auch von kirchenfernen Menschen verstanden werde. Ich erlebe die Augenblicke, in denen ich bei Menschen Glauben wecken kann, als Höhepunkte in meiner Arbeit. Wenn die Kirche in einer säkularisierten Gesellschaft eine Zukunft haben soll, dann müssen Evangelisation und Mission zu Kernkompetenzen auch in der Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarrer werden.

Ich verstehe mich allerdings nicht als Verkäufer, der in einem Koffer Kostproben von Jesus zu den Leuten bringt, in der Hoffnung, dass sie irgendwann zu regelmässigen Kunden werden. «Gott kommt früher als der Missionar» ist der Titel eines Buches des brasilianischen Befreiungstheologen Leonardo Boff, das mir aus meiner Studienzeit in Erinnerung geblieben ist. Als Bilder Gottes wurden alle Menschen mit einer Antenne zum Himmel geschaffen und erhalten ständig Botschaften von Gott, auch wenn sie von Jesus und der Bibel noch nichts gehört haben. Evangelisation bedeutet darum nicht, Menschen aus ihrem Lebenskontext herauszunehmen und sie in etwas hineinzuführen, was ihnen bisher ganz unbekannt war. Eine missionarische Kirche wird bunter, vielfältiger, ökumenischer und sogar interreligiöser, wenn sie nach Spuren von Jesus auch in anderen Milieus, Kulturen und Religionen sucht und an diesen anknüpft.

 

→ Diskutieren Sie mit!


ÄHNLICHE ARTIKEL
Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Kommentar erstellen