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Wirtschaft

Wie der Adventskranz und der Tannenbaum in unsere Stuben kamen

Quengelnde Kinder als Ideenbringer

19.11.2018
Mindestens seit dem 6. Jh. feiern die Kirchen in Mitteleuropa Weihnachten und die vierwöchige Adventszeit. Zwei Elemente dieser Festzeit sind heute der Adventskranz und der Weihnachtsbaum. Dahinter steckt eine kaum bekannte Geschichte.

Schon auf den ältesten Darstellungen der Geburt Jesu befindet sich häufig ein Baum, eine Palme. Ihre Zweige waren als Siegeszeichen bei sportlichen Wettkämpfen im ganzen römischen Reich bekannt. Mit der Palme neben der Krippe deuteten die Künstler an, dass hier ein Sieger geboren wurde, einer, der später, an Ostern, den Tod besiegen würde. 

Vom Lebensbaum zum Weihnachtsbaum
Ab dem 13. Jh. fanden in Europa im Dezember sogenannte «Paradiesspiele» statt. Auf diese Weise brachten wandernde Schauspielertruppen den Menschen, die nicht lesen konnten, die wichtigsten Ereignisse aus der Bibel nahe. Sie führten ihnen die Schöpfung, die Geschichte vom Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies vor Augen und schlugen dann eine Brücke zum Tod und zur Auferstehung von Jesus Christus – und damit zur Grundlage für die Rückkehr ins verlorene Paradies (das ewige Leben im Himmel). Zur Illustration stellten sie einen Baum auf die Bühne, der auf der einen Seite mit roten Äpfeln behangen war und auf der anderen Seite mit den Leidenswerkzeugen Jesu, also etwa die Dornenkrone, ein Kreuz oder die Kreuznägel. Sie stellten damit eine Verbindung her zwischen dem «Baum des Lebens» im Paradies (eigentlich dem «Baum der Erkenntnis» mit der verbotenen Frucht), dem Baumstamm, an dem Jesus starb und den «Bäumen des Lebens» in der Beschreibung des Himmels in der Offenbarung.

Am «Lebensbaum» hingen rote Äpfel und die Kreuznägel Jesu.

Wie so oft fand auch in diesem Fall der Lebensbaum den Weg von der Kunst in den Alltag. 1419 schmückte erstmals ein Bäckergeselle aus Freiburg eine Tanne mit Früchten, Gebäck und Zischgold (einer Vorform des heutigen Lamettas). Weil das den Leuten gefiel, fand er bald viele Nachahmer, zuerst in den Adelshäusern, später unter den reichen Bürgern. Die aufgehängten Esswaren wurden aber nicht selber gegessen. Vielmehr stellte man am Dreikönigstag den Baum nach draus-sen. Kinder und Bettler konnten sich so an ihm bedienen. Mit der Zeit wurden die Esswaren durch farbige Dekorationen ersetzt. Schliesslich kamen Anfang des 19. Jh., als das Stearin erfunden wurde, auch noch die Kerzen dazu. Ebenfalls wurden Strohsterne aufgehängt. Sie erinnerten einerseits an den Stern, der den Weisen aus dem Osten den Weg zur Krippe von Jesus zeigte. Andererseits symbolisierten sie, dass es dem Sohn Gottes nicht zu wenig war, ganz arm auf diese Welt zu kommen.

Vom Deckenleuchter zum Adventskranz
Johann Hinrich Wichern hatte 1833 in Hamburg das «Rauhe Haus» gegründet, ein Heim für Kinder und Jugendliche aus den Elendsvierteln der Stadt. Weil er dauernd mit der Frage bestürmt wurde, wie lange es noch bis Weihnachten dauere, hängte er 1839 einen Holzreif von zwei Metern Durchmesser wie einen Kronleuchter im Versammlungsraum auf. Darauf steckte er vier grosse weisse Kerzen für die Sonntage und 19 kleinere rote Kerzen für die Werktage. Jeden Tag im Dezember wurde dann während der sogenannten Kerzenandacht eine Kerze mehr angezündet, bis schliesslich am Heiligen Abend alle miteinander brannten. Schon lange war es damals auch Brauch, in der Adventszeit die Wohnstuben mit geschmückten Tannenzweigen zu dekorieren. Irgendwann begannen die Kinder, auch den Holzreif mit dem Tannreisig zu umwickeln. Das gefiel allen so gut, dass man es fortan immer so machte. Besucher des «Rauhen Hauses» kopierten die Idee zu Hause, und die von Wichern ausgebildeten Diakone verbreiteten die Idee überall in den Kirchgemeinden, wo sie hinkamen. Da normale Wohnstuben aber nicht so gross waren, wurden die Kränze kleiner gemacht und nur die vier Sonntagskerzen daraufgesteckt. Den grossen Durchbruch schaffte der «Adventskranz» nach dem Ersten Weltkrieg, weil die Gärtnereien ihn als lukrative Einnahmequelle entdeckten.

 

Text: Marcel Wildi | Foto: Ulf-Kersten Neelsen  – Kirchenbote SG, Dezember 2018

 


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Fredy Rechsteiner erfasst am 29.09 2020 20:41

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

Frank Sachweg unterstellt den Corona-Massnahmenkritikern, sie seien assoziale, unverschämte Egoisten und kennen weder Vorsicht noch Rücksicht. Dabei erkennt er nicht, das diese Personen gerade aus Nächstenliebe die übertriebenen Massnahmen ablehnen. Niemand hat etwas gegen Händewaschen usw. Dies ist der Blitzableiter, der schon immer angewandt wurde. Einfach und wirkungsvoll. Die neuen Massnahmen, die nun aber die physische und psychische Gesundheit angreifen und die Abwehrkräfte schwächen, werden mehr Opfer fordern als die sogenannte Pandemie selbst. Das Coronavirus wird Opfer fordern wie jede schwere Grippewelle bisher, aber es ist keine alles dahinraffende Seuche. Wer das um jeden Preis verhindern will, nimmt auch in Kauf, dass für seine Sicherheit 100tausende Kinder verhungern, hunderte Millionen Menschen ihre existenzielle Lebensgrundlage verlieren oder Tausende in den Suizid getrieben werden. Auch die Folgen von Sauerstoffmangel durch Maskentragen (Förderung von Demenz) oder von gentechnisch hergestellten Impfstoffen werden nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wenn nun auch noch das Argument aufgegriffen wird, man dürfe niemanden gefärden, muss grundsätzlich alles verboten werden. Autofahrer gefärden, Alkohol gefärdet, sogar ein Bienenstich kann das Leben bedrohen. Vorsichtig, rücksichtsvoll und zuversichtlich wollen wir alle sein. Die Frage ist, was ist unsere Motivation? Ist es die Liebe oder die Angst? Die Bibel sagt dazu: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1.Johannes 4:18

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