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Leben & Glauben, Politik

«Seid froh über unsere Welt»

Für eine Friedens- statt Rüstungsregion am Bodensee: Ein sonniger Ostermontag 2019. Im Zug nach Konstanz treffen sich Altbekannte, unterwegs zum Internationalen Bodensee-Friedensweg. Dieser wird seit den 80er-Jahren von Kirchen und Friedensbewegungen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich getragen.

Begleitet von Trommelklängen bewegen sich gegen tausend Personen in einem langen Zug durch Konstanz. Viele tragen bunte Friedensfahnen oder Transparente. Kritisiert werden Waffenexporte in Kriegsregionen und das Zögern der Schweiz und Deutschlands beim Unterzeichnen des Atomwaffenverbots. Ein zehnjähriges Mädchen schrieb auf seine Tafel:  «Seid froh über unsere Welt.» Schaulustige filmen den bunten Umzug. 

Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel! 
Beim Stadtgarten spricht Jürgen Grässlin von der Kampagne «Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!» Er verhandelt mit den Rüstungsfirmen, mit Gewerkschaften und politischen und juristischen Instanzen. Sein Ziel: Aus der dichtesten Rüstungsregion Europas soll eine Friedensregion am Bodensee entstehen. Es gebe viele zivile Produkte, auf welche die Rüstungsfirmen umstellen könnten. Jürgen Grässlin kämpft mit harten Anklagen, aber auch kleinen Hoffnungszeichen. Puuu tönte es, wenn er Schweizer Firmen erwähnt, die gleichzeitig an Indien und Pakistan Waffen liefern; Applaus, wenn er von Strategieänderungen einzelner Konzerne erzählt.  

Weiter geht der Friedenweg entlang dem See nach Kreuzlingen. Das Referat klingt nach und löst Diskussionen aus: Lässt sich der weltweite Rüstungswahnsinn so beeinflussen? Wie kann die Schweizer Rüstungsindustrie überleben ohne Exporte? Wenn wir nichts produzieren, tun das Andere …. Darum resignieren? Und sich am blühenden Leben freuen? An der Landesgrenze bilden die Demonstrierenden ein grosses Peace-Zeichen.

Banken werden angeklagt 
Nach einem Linsengericht am Kreuzlinger Hafen die Abschlusskundgebung mit der 88-jährigen Berner Friedensaktivistin Louise Schneider. Sie klagt die Banken an, welche ihr Geld im Rüstungsgeschäft vermehren, und sie will mit der GSOA auch künftige Schweizer Kampfflugzeugprojekte verhindern.  Annette Willi aus Genf stellt die internationale Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen vor und Arne Engeli, der heute 83-jährige Mitinitiant des Friedenswegs, erinnert an die Tageslosung für den Ostermontag:  

«Zur letzten Zeit wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.» Jesaja 1, 2.4

Das ganze Referat von Jürgen Grässlin: https://youtu.be/Y8k4aK2uRmw

 

Text und Bilder: Andreas Schwendener – Kirchenbote SG, 29. April 2019


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Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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