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Politik

Kirchenrat muss Anlagereglement vorlegen

Die Synode, das Kirchenparlament der Evangelisch-reformierten Kirche, bewilligte den Vorschlag der Rechnung 2018 zwar für Wertschwankungen einzusetzen. Allerdings muss der Kirchenrat dem Parlament eine Anlagestrategie vorlegen.

Das Szenario wiederholt sich: Auch die Rechnung 2018 der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen schliesst besser ab als budgetiert. Bei einem Aufwand von 23,28 Millionen resultiert statt eines prognostizierten Rückschlages von rund 180 000 Franken ein Gewinn von 200 000 Franken. Grund dafür seien höhere Steuereinnahmen, sagte Heiner Graf, für die Finanzen zuständiger Kirchenrat, an der Sommersynode. 

Wohin mit den Überschüssen? 
Was tun damit? Der Kirchenrat schlug an der gestrigen ordentlichen Sitzung der Synode, dem Kirchenparlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, vor, diesen Überschuss als Wertschwankungsreserve zu verwenden. Hintergrund des Vorschlages ist, dass die Zinserträge bei Anlagen des Eigenkapitals in den letzten Jahren eingebrochen sind, sich also festverzinsliche Anlagen kaum mehr lohnen. Darum habe die Geschäftsprüfungskommission (GPK) angeregt, die Anlagestrategie der Kantonalkirche zu überdenken, sagt Rita Dätwyler, Präsidentin der GPK, das heisst, stärker in Aktien zu investieren.

Zweifel an Strategie 
Davon waren allerdings zahlreiche Synodale nicht überzeugt. Einerseits müsse sich eine Kirche sehr bewusst die Frage stellen, welche Formen von Anlagen ihr gut anstünden. Andererseits sei es beim derzeitigen Börsenhoch wohl der falsche Zeitpunkt in Aktien zu investieren, brachte Roman Rutz, Synodaler aus Wil, die Bedenken des Parlamentes auf den Punkt. Elimar Frank aus Rapperswil bezweifelte grundsätzlich, ob Anlagen in Aktien überhaupt mit Artikel 2 der Kirchenordnung vereinbar seien. „Beachtet man die darin enthaltenen Grundsätze wie Gerechtigkeit oder Bewahrung der Schöpfung bleiben wohl kaum Aktien übrig, in die man investieren könnte“.

Sozialer Wohnungsbau?
Weiter wollten einige Synodale wissen, ob es nicht sinnvoller wäre, statt in Aktien etwa in sozialen Wohnungsbau oder in Projekte zugunsten von Kindern und Jugendlichen zu investieren.

Schliesslich stimmte die Synode der Verwendung des Überschusses als Wertschwankungsreserve zu. Allerdings möchte das Parlament dem Kirchenrat bei der Form der Anlagegeschäfte stärker auf die Finger schauen. Sie beauftrage den Kirchenrat dem Parlament ein Anlagereglement vorzulegen.

Verabschiedung Redaktor 
Neben der Rechnung bewilligte die Synode den Amtsbericht 2018 und schloss die Bündelung der kantonalkirchlichen Kommunikation ab. Dazu verabschiedete sie das Reglement zum Kirchenboten. Gleichzeitig verabschiedete das Parlament Andreas Schwendener, den langjährigen Redaktor des Kirchenboten. Er tritt in den Ruhestand.

 

Text und Fotos: Kirchlicher Informationssdienst/ Andreas Ackermann – Kirchenbote SG, 25. Juni 2019


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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