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Leben & Glauben

Werkzeuge für das «Kirchenbistro»

23.07.2019
Die Thalerin Caroline Naeff gehört zu den Ersten, die an der Fachhochschule (FHS) St.Gallen den CAS «Diakonie-Entwicklung» absolvieren. Der Fokus dieses neuen Studienganges liegt auf der Projektarbeit, welche die Teilnehmenden ausarbeiten. Caroline Naeff realisiert in Thal den Treffpunkt «BistroZeit», der nach den Sommerferien eröffnet wird.

«Ich habe schon immer gerne mit Menschen zusammengearbeitet», umschreibt Caroline Naeff ihre Hauptmotivation, weshalb sie sich für den CAS Diakonie-Entwicklung angemel- det hat. Die Kauffrau und Sozialpädagogin en-gagierte sich während fünf Jahren im Sekretariat der evangelischen Kirchgemeinde Rheineck und ist seit 2013 Kirchenvorsteherin in ihrer Wohngemeinde Thal. «Ich finde es unheimlich spannend, zu lernen, wie wir als religiöse Gemeinschaft heute die Menschen erreichen können. Mit Hilfe unserer Dozenten entdecke ich, welche Angebote die Gemeindemitglieder ansprechen könnten», so Caroline Naeff. Die 45-Jährige will künftig dabei helfen, Räume zu schaffen, die einladender sind als das Bild von leeren Kirchenbänken. «Die Kirche muss ins Dorf kommen und nicht das Dorf in die Kirche», fasst sie ihr Credo zusammen. Genau in diese Richtung zielt der CAS. So steht in der entsprechenden Ausschreibung: 

«Der Lehrgang richtet sich an Personen, die im kirchlichen Umfeld tätig sind und wissen möchten, wie sie ein Projekt anpacken können; an Ehrenamtliche und Freiwillige, die sich bereits in leitender Funktion für ein Diakonie-Projekt einsetzen oder gerne eines übernehmen möchten.» 

Werkzeuge auf dem Weg zur Realisierung
Caroline Naeff ist als Kirchenvorsteherin für das Ressort Religionsunterricht und geistliche Begleitung verantwortlich. Welches Thema ihre Projektarbeit haben soll, stand für die Thalerin von vorneherein fest: «Vor wenigen Wochen wurde unser neues Kirchgemeindehaus eingeweiht. Damit dieses nun mit Leben gefüllt und zu einem Treffpunkt für Jung und Alt wird, laufen momentan die Vorbereitungs- arbeiten für die Realisierung eines Bistros», so Caroline Naeff, die für die Leitung der entsprechenden Projektgruppe verantwortlich ist. Parallel dazu bekommt sie während des CAS die Werkzeuge zu Themen vermittelt wie Bedarfsabklärung, Finanzierung, Krisenmanagement oder Öffentlichkeitsarbeit. «Gerade Letzteres ist für mich eine ganz neue, spannende Welt, die sich mir während der vergangenen Wochen aufgetan hat», so die Mutter von zwei Buben im Alter von 14 und 12 Jahren. 

Strukturen sind zum Teil anders
Genauso wie zahlreiche Diakonie-Projekte ist auch der Studiengang an der FHS ökumenisch geführt. Maya Hauri Thoma von der Evangelisch-reformierten Kantonalkirche St.Gallen und Gregor Scherzinger von der Fachstelle Diakonie des Bistums St. Gallen leiten den Lehrgang gemeinsam. «Während des Unterrichts ist kaum spürbar, ob jemand katholisch oder reformiert ist. Einzig bei den jeweiligen organisatorischen Strukturen der Kirchgemeinden, für die wir Studierenden arbeiten, gibt es marginale Unterschiede», hält Caroline Naeff fest. 

Kirchenvelo 
Der Praxisbezug in diesem Studiengang sei sehr hoch, sagt Caroline Naef. Den Teilnehmenden werde ganz viel Inspiration, Wissen und Lust vermittelt, um etwas Neues anzupacken. Das Themenspektrum der Projektarbeiten im aktuellen Studiengang ist denn auch entsprechend breit gefächert. So initiieren zwei Mitschüler in Zürich ein Kirchenvelo, das gleichzeitig Kaffeebar und Spieloase ist. Mit diesem wollen sie niederschwellig den Zugang zur Stadtbevölkerung aus allen sozialen Schichten finden. 

Ein Rahmen für Begegnungen 
Caroline Naeffs eigenes Projekt steht kurz vor der Geburt: Das «BistroZeit» im Thaler Kirchgemeindehaus feiert am 17. August Eröffnung. Danach ist es jeweils dienstags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr und an den Dienstagen auch nachmittags von 14 bis 17 Uhr für alle frei zugänglich. In der Bistro-Projektgruppe bringen neben Caroline Naeff eine freiwillige Mitarbeiterin und auch zwei Gastronomiefachfrauen ihr Wissen mit ein. «Gemeinsam wollen wir in unserem Dorf einen ansprechenden Rahmen für ungezwungene Begegnungen schaffen», hält die Projektleiterin fest. Welche detaillierten Angebote die BistroZeit-Besucherinnen und -Besucher künftig erwarten dürfen, steht noch nicht definitiv fest. Caroline Naeff sprudelt aber nur so vor Ideen, die sie künftig realisieren möchte. Zuvor gilt es für die engagierte Sozialpädagogin aber noch, ihre Projektarbeit auszugestalten und diese im Herbst vor den Dozenten zu präsentieren – als erster Meilenstein des CAS Diakonie-Entwicklung. 

 

Text: Rosalie Manser – Foto: Regina Kühne – Kirchenbote SG, 23. Juli 2019


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

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