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Kultur

«Die Gesundheit geht vor»

Der 31-jährige Skirennfahrer Marc Gisin will nach einem Sturz, Knochenbrüchen und Koma wieder auf die Piste zurück. Nicht so der Freeskier Joel Gisler aus Libingen.

Der Sturz aus sechs Metern Höhe auf die Kante der Halfpipe beim ersten Jump des zweiten Qualifikationsdurchgangs in Pyeongchang 2018 hinterliess beim Toggenburger im ersten Moment nur Wut und einen immensen Frust. Ein olympisches Diplom, geschweige denn eine Medaille konnte er vergessen. Es blieben die verletzte Schulter, Schnittwunden am Knie und eine Gehirn-
erschütterung.

«Im zweiten Moment war ich froh, dass ich mich nicht schwerwiegend verletzt hatte.»

Früher, 2012, brach er sich die Hand. 2014 erlitt er eine Brustwirbelfraktur. Noch hoffte der Teamleader, nach dem schweren Sturz bald wieder auf die Skier, zurück in die Pipe zu können, mit dem Fernziel olympische Spiele 2020 in Peking. 

Wann ist es des Guten zu viel?
An ein übliches Training war vorerst also nicht zu denken. Der Sportler kehrte zu seinem gelernten Beruf zurück, betätigte sich aber weiterhin polysportiv. Immer wieder aber plagten ihn Kopfschmerzen, nach einer Stunde Joggen verkrampfte sich der Nacken. 

Spezialisten konnten ihm nicht sagen, ob ein nochmaliger Sturz bleibende Schäden hinterlasse oder nicht. Ein Jahr verstrich. Ohne Druck seitens des Verbandes Swiss Ski oder von Sponsoren entschied sich Joel Gisler im Mai dieses Jahres für den Rücktritt vom Profisport: «Die Gesundheit geht vor.» Das
Risiko, mit möglichen Verletzungsfolgen leben zu müssen, wollte er nicht eingehen.

Vom Kamikaze zum Akrobaten
Gisler habe sich, so formulierte es einmal das «St. Galler Tagblatt», in den letzten Jahren vom «Kamikaze-Springer zum überlegten Akrobaten» entwickelt. «Ich war mental stark, ein sicherer Fahrer. Grosse Zweifel kannte ich nicht.» Doch sobald diese 100-prozentige Sicherheit fehle, könnten sich Fehler einschleichen. Gedanken über Verletzungen machte sich Gisler bis zum Sturz in Pyeong-chang kaum, auch wenn ihn der Wirbelbruch kurz aufrüttelte. 

Fitness und gesunde Ernährung
Das Jahr Bedenkzeit half ihm, Distanz zu bekommen, auch wenn er mit leichter Wehmut an die gute Stimmung im Team, die Wettbewerbe zurückdenkt. «Ich hatte eine gute Zeit. Doch ich schaue nach vorne, so wie ich es immer mache.» Und er geniesse es, ohne Ambitionen zu inlineskaten, Velo zu fahren und sich fit zu halten. Gisler hat nach wie vor Freude an der Bewegung und der Kraft.

«Ich bin nicht extrem, trinke auch mal ein Bier.»

Arnold Schwarzenegger macht ihm Eindruck. Es sei spannend, zu beobachten, wie sein Körper geformt werden könne, nachdem er zwei Wochen sportlich nichts getan habe. Es fasziniere ihn, wenn er einige Wochen keine Süssigkeiten zu sich nehme und sehe, was mit ihm passiere, wenn er Sport treibe, so Gisler. Es stelle sich ein gutes Gefühl ein. «Ich bin nicht extrem, trinke auch mal ein Bier. Doch ich achte häufiger auf eine gesunde Ernährung.» Die Gesundheit geht vor, seit August auch beruflich: Joel Gisler ist neu im Aussendienst für Pflegeprodukte der Firma Just tätig.

 

Text und Foto: Katharina Meier, Kirchenbote SG, September 2019

Zweimal an Olympiade

Er wollte 2018 eine Medaille gewinnen: Doch der Halfpipe-Freeskier Joel Gisler aus Libingen im Toggenburg ist an den olympischen Spielen in Pyeongchang (Südkorea) folgenschwer gestürzt. Durch den Aufprall auf der Kante der Halfpipe erlitt er eine schwere Gehirnerschütterung, die dritte innert weniger Monate. Der Junioren-Vizeweltmeister von 2014 und zweimalige Olympiateilnehmer gab diesen Frühsommer den Rücktritt bekannt. «Die Gesundheit geht vor», sagt der gelernte Maler – ein reifer Entscheid für einen 25-Jährigen. (meka)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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