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Kirche, Kultur

Den Kirchenboten geprägt

Er hat 24 Jahre den St. Galler Kirchenboten gestaltet: Mit der Pensionierung per Ende Juni verlässt Andreas Schwendener mit Kürzel as die Redaktionsstube.

Nach dem Theologiestudium in Basel übernahm er von 1989 bis 1995 die Pfarrstelle in der damaligen Kirchgemeinde Bütschwil-Mosnang. Dann erfolgte die Wahl zum Redaktor des Kirchenboten. Ab 2010 war der im Rheintal Aufgewachsene zusätzlich in der Gefängnisseelsorge tätig. as hat während fast eines Vierteljahrhunderts den Kirchenboten geprägt. Aus seiner Feder flossen nicht nur Texte theologischen Inhalts – polarisierend, erhellend, erbauend –, sondern er verstand es auch, das kirchliche Leben im Kanton abzubilden und heikle Themen anzurühren.

Bild und Text als Einheit
Ein Anliegen war Andreas Schwendener die Verschmelzung von Inhalt und Bild. Um dies zu erreichen, griff er oft auf zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler zurück, die sich mit dem Thema des Hefts beschäftigten und es bildlich umsetzten. Mag dies hier wie dort Irritation ausgelöst haben: Die Auseinandersetzung mit Kunst war für as zusätzliches Schmiermittel, die Gedanken der Texte besser herauszukristallisieren, zu transportieren.

Als Journalist und Theologe war Andreas Schwendener offen für Unkonventionelles und Neues. Dies beweisen die von as massgeblich vorangetriebene Zusammenführung der einzelnen Gemeindeseiten zu Bünden einer Region und die von ihm initiierte erste Homepage des Kirchenboten. Sie wurde von der heutigen Plattform abgelöst, die in Zusammenarbeit mit weiteren Deutschschweizer Kantonen betrieben wird. Die Neugier und Lust, sich in ihm unbekannte Felder vorzuwagen, manifestierte sich schliesslich im Herstellen von Videos, die auch dem evang.-ref. Forum St. Gallen zugutekommen, dem as seit 2000 als Präsident vorsteht und zu dessen 100-Jahr-Jubiläum er auf nochmals in die Tastatur griff (Siehe Artikel «Sich der Säkularisierung stellen»)

Übergang und Aufbruch
Mit zunehmender Beschäftigung von as in der Gefängnisseelsorge musste sich die Redaktionskommission nach einer Übergangslösung umschauen. Gefunden wurde sie in der Person von Philipp Kamm, dem Synodepräsidenten aus Ebnat-Kappel. Während gut dreier Monate, bis Ende Juni, bereicherte er das Monatsheft mit frischen Ideen und sprachlich eloquenten und exzellenten Texten. Für ihre Leistungen danken wir Andreas Schwendener und Philipp Kamm herzlich und wünschen ihnen alles Gute. 

Seit dem 2. August arbeitet nun Stefan Degen in St. Gallen. Der diplomierte Sekundarlehrer aus Winterthur ist 38-jährig, verheiratet und hat einen Masterabschluss in Theologie. Wir heissen den neuen Redaktor Stefan Degen an dieser Stelle herzlich willkommen.

 

Text: meka | Foto: Andreas Ackermann  – Kirchenbote SG, September 2019

 


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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