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Kirche

«Lueg Der guet!» – Wohlsein in der Kirche

Hohe Belastungen am Arbeitsplatz können unser Wohlbefinden massiv beeinträchtigen. Um Überforderung, Erschöpfung und Krankheit vorzubeugen, bietet die Kantonalkirche professionelle, vertrauliche Hilfe an. Fachleute unterstützen Ratsuchende, eigene Ressourcen und Grenzen richtig einzuschätzen und sich zu schützen.

Seit 2016 können kirchliche Mitarbeitende und Behördenmitglieder bei den Therapeuten und Therapeutinnen der bestehenden Kontaktgruppe bis zu fünf Beratungen besuchen. Diese Sitzungen unterstehen der Schweigepflicht und werden von der Kantonalkirche bezahlt. 

Hilfe bei der Auslegeordnung
«Leute, die bei uns Hilfe suchen, kommen oft mit einem Tunnelblick in die Beratung, sie können nur noch die Probleme sehen», berichtet Andrea Imper Kessler, Mitglied der Kontaktgruppe. Oft helfe hier eine Auslegeordnung: Was ist schwierig? Welche Ressourcen stehen mir immer noch zur Verfügung? Was liegt bei mir, was kann ich beeinflussen, was muss ich loslassen? 

«In der Kirche fehlt manchmal eine gesunde Konfliktkultur.»

Überrannt werde die Kontaktgruppe nicht, aber das Angebot werde genutzt. Es ist Teil eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, wie es diverse Institutionen heute kennen – gesunde, sich wohlfühlende Mitarbeitende liegen im ureigenen Interesse jedes Arbeitgebers. Die Kantonalkirche strebt ein umfassendes Konzept an, mit jährlichen Impulsen für Gemeinden und Mitarbeitende. Sie informiert in den kommenden Monaten.

Starke Motivation, hohe Erwartung
Existieren Problemfelder, die für die Arbeit in der Kirche besonders typisch sind? Andrea Imper Kessler fällt auf, dass viele Mitarbeitende von einer besonders starken inneren Motivation angetrieben sind. Doch während eigene und fremde Erwartungen hoch blieben, nehme die Bedeutung der Kirche gesellschaft- lich ab. Das könne zu nagenden Fragen führen: Wozu bin überhaupt unterwegs? Was kann ich bewirken? Ausserdem fehle manchmal eine gesunde Konfliktkultur in der Kirche: «Man ist nett zueinander», was im Normalfall positiv sei, aber fallweise auch nötige Offenheit und Klärung verhindere.

«Einfaches» Rezept: Grenzen ziehen
Was empfiehlt Andrea Imper Kessler, um sich   Sorge zu tragen? Solche Rezepte seien zwar oft leichter ausgesprochen als ausgeführt: «Wir sind ja alle nur Menschen.» Aber man solle versuchen, mit Mut und gutem Gewissen für sich und für andere klare Grenzen zu ziehen zwischen Arbeit und Freizeit – und Kivo und Kirchgemeinde sollten Mitarbeitenden bei dieser Trennung möglichst helfen.

 

Text: Philipp Kamm | Foto: Pixabay  – Kirchenbote SG, September 2019

 


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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