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Kirche, Politik

Glarus Süd feiert Geburtstag mit speziellem Gottesdienst

Glarus Süd lädt seit dem Start der neuen Gemeinde am 1. Januar zu einem ökumenischen Neujahrsgottesdienst samt Ansprache von Gemeindepräsident Mathias Vögeli ein. Eine schöne Tradition.

«Der ökumenische Neujahrsgottesdienst hat seinen festen Platz in der Gemeinde gefunden. Er passt gut zum Start im neuen Jahr», sagt Mathias Vögeli. Seit dem 1. Januar 2011 wird der Geburtstag von Glarus Süd so gefeiert. Damit will die Gemeinde zur Stärkung der Gemeinschaft beitragen. «Es ist auch ein Zusammenwachsen auf kirchlicher Ebene, weil alle Pfarrpersonen von Glarus Süd mitmachen», so der Präsident.

Auch bei der zehnten Auflage vom 1. Januar 2020 sind sämtliche Pfarrer der Gemeinde involviert. Die Predigt hält Pfarrer Joseph Naduvilaparambil von Schwanden. Musikalisch wirken das Jodelchörli Chlytal sowie Martin Zimmermann an der Orgel mit. Die Gemeinde offeriert wie immer einen Apéro.

Neujahrsgruss des Gemeindepräsidenten

Speziell am Gottesdienst ist, dass Mathias Vögeli zu Beginn eine Neujahrsansprache hält. 2019 griff er das Thema Digitalisierung auf. «Persönliche Gespräche werden durch digitale Mitteilungen per Mail, per Handy oder in sozialen Netzwerken umgangen. Virtuelles Mobbing, ständige Erreichbarkeit und der Drang, mehr zu erreichen und zu erleben, übt auf die Gesellschaft einen enormen Druck aus. (...) Einige rasten aus, demolieren Autos und bedrohen Behörden, die nur ihrer Pflicht nachgehen. Und dies in einer ländlichen Gegend, wo man das Gefühl hat, dass die Welt noch heil ist. Wo man sich noch unbeschwert bewegen kann, wo man das Gefühl hat, noch frei zu sein und wo man keine Angst haben muss», sagte er in Anspielung an einen gravierenden Vorfall in Mitlödi.

Er appellierte an die Gemeinde, «wieder vermehrt miteinander zu reden, das Gespräch zu suchen, einander versuchen zu verstehen, einander zu akzeptieren, auch anders Denkende versuchen zu verstehen, und zwar von Angesicht zu Angesicht und nicht via ein unsichtbares Gegenüber oder sogar über virtuelle Freunde».

Die besonderen Gottesdienste sind jeweils sehr gut besucht. «Das freut uns», sagt der Gemeindepräsident und hofft, dass dies auch am 1. Januar 2020 um 16 Uhr in der reformierten Kirche Mitlödi der Fall sein wird.

Madeleine Kuhn-Baer