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Sondertext

Heute wichtiger denn je

23.05.2020
Der evangelische Theologe und Urwalddoktor Albert Schweitzer ist kaum mehr im Gedächtnis der Menschen. Seine radikalen Forderungen sind hingegen nach wie vor gültig.

«Albert Schweitzer wäre heute wichtiger denn je.» Davon ist Emmy Füllemann überzeugt. Die Wirtin in der «Biene» in Maltbach wird im August 95 Jahre alt. Sie denkt oft an Albert Schweitzer, der 1965 im Alter von 90 Jahren verstorben ist. «Albert Schweitzer war überzeugt, dass auch die Blumen leben und dass man ihnen weh tut, wenn man sie ausreisst.» Emmy Füllemann hat Albert Schweitzer persönlich gekannt. Sie war von 1957 bis 1960 Köchin im Urwaldspital in Lambarene, das Schweitzer 1913 gegründet hatte. Der gebürtige Elsässer war Arzt, evangelischer Theologe, Organist, Musikwissenschafter und Pazifist. Er veröffentlichte philosophische und theologische Schriften sowie Arbeiten zur Musik, vor allem zu Bach, dessen Orgelwerk er einspielte. 1954 konnte er den Friedensnobelpreis entgegennehmen.

Mitleid, keine Sentimentalität
Schweitzers radikalste Forderung ist die Ehrfurcht vor allem Leben. «Mitleid mit Tieren ist trotz ihrer angeblichen Seelenlosigkeit keine Sentimentalität. Denn alles notwendige Töten ist ein Grund für Trauer und Schuld, der man nicht entkommen, die man nur verringern kann.» Zu dieser Überzeugung war Schweitzer, der spätere Vegetarier, schon früh gelangt, wie er im Büchlein «Aus meiner Kindheit und Jugendzeit» schreibt. Er verscheuchte die Vögel, auf die sein Freund mit der Steinschleuder zielte, und nahm dafür Hohn und Spott in Kauf. «Wir alle müssen darauf vorbereitet sein, dass das Leben uns den Glauben an das Gute und Wahre und die Begeisterung dafür nehmen will. Aber wir brauchen sie ihm nicht preiszugeben. Dass die Ideale, wenn sie sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzen, gewöhnlich von den Tatsachen erdrückt werden, bedeutet nicht, dass sie von vornherein vor den Tatsachen zu kapitulieren haben.»

In seiner Ethik setzte Schweitzer auf die Vernunft der Menschen. Er war überzeugt, dass ein Mensch in dem Anderen seinen Bruder oder seine Schwester erkennen könne. «Überall wo Du Leben siehst: Das bist Du.» Nach Schweitzers Tod hiess es, er sei ein Meister der Selbstinszenierung gewesen und habe einen kolonialen Führungsstil gepflegt. Vorwürfe, die wohl vor Schweitzers Lebensleistung verblassen. «Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selber zu beherrschen.» Dieser Ausspruch Schweitzers passt doch ganz gut in unsere Zeit, oder?


(Esther Simon)

 

In Kürze


Fünf nach zwölf?

Ist es schon zu spät, das Klima zu retten? Um diese Frage wird sich der Laiensonntag vom 8. November 2020 drehen. «Der wunderbaren Schöpfung stehen Ressourcenausbeutung und Verschmutzung gegenüber», sagt Cathrin Legler vom Vorbereitungsteam. Gerade die Coronakrise zeige, dass es auch mit weniger Konsum gehen könnte. «Und, dass wir gemeinsam viel erreichen, wenn wir es wirklich wollen.»


Klimagespräche
Einen Lebensstil im Einklang mit dem Klima entwickeln: Darum geht es bei den Klimagesprächen, die von den christlichen Hilfswerken «Brot für alle» und «Fastenopfer » in der Schweiz lanciert wurden. Die Teilnehmenden analysieren Gewohnheiten in Bezug aufs Klima und erarbeiten ganz konkrete individuelle Lösungen. Im Herbst sollen im Raum St. Gallen zwei weitere Klimagespräche stattfinden. «Hoffentlich mit Thurgauer Beteiligung», sagt Leiterin Silja Marano. Mehr Infos: sehen-und-handeln.ch/klimagespraeche


Blumen-Pralinés
Beno Kehl war früher Franziskaner-Mönch auf dem Inseli Werd. Heute setzt sich der Thurgauer auf kreative Art und Weise unter anderem für die Biodiversität ein: Mit der Aktion «Garten Eden komm(T)» will er andere motivieren, Permakulturen – also möglichst natürliche Ökosysteme – im Garten zu fördern. Seine eigenen Erfahrungen teilt er auf seiner Webseite, auf der man auch ein Rezept für sogenannte Blumen-Pralinés findet. Jetzt wäre übrigens der ideale Zeitpunkt, sie auszusäen. Mehr Infos: kahnukehl.ofm.li/flower


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Fredy Rechsteiner erfasst am 29.09 2020 20:41

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

Frank Sachweg unterstellt den Corona-Massnahmenkritikern, sie seien assoziale, unverschämte Egoisten und kennen weder Vorsicht noch Rücksicht. Dabei erkennt er nicht, das diese Personen gerade aus Nächstenliebe die übertriebenen Massnahmen ablehnen. Niemand hat etwas gegen Händewaschen usw. Dies ist der Blitzableiter, der schon immer angewandt wurde. Einfach und wirkungsvoll. Die neuen Massnahmen, die nun aber die physische und psychische Gesundheit angreifen und die Abwehrkräfte schwächen, werden mehr Opfer fordern als die sogenannte Pandemie selbst. Das Coronavirus wird Opfer fordern wie jede schwere Grippewelle bisher, aber es ist keine alles dahinraffende Seuche. Wer das um jeden Preis verhindern will, nimmt auch in Kauf, dass für seine Sicherheit 100tausende Kinder verhungern, hunderte Millionen Menschen ihre existenzielle Lebensgrundlage verlieren oder Tausende in den Suizid getrieben werden. Auch die Folgen von Sauerstoffmangel durch Maskentragen (Förderung von Demenz) oder von gentechnisch hergestellten Impfstoffen werden nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wenn nun auch noch das Argument aufgegriffen wird, man dürfe niemanden gefärden, muss grundsätzlich alles verboten werden. Autofahrer gefärden, Alkohol gefärdet, sogar ein Bienenstich kann das Leben bedrohen. Vorsichtig, rücksichtsvoll und zuversichtlich wollen wir alle sein. Die Frage ist, was ist unsere Motivation? Ist es die Liebe oder die Angst? Die Bibel sagt dazu: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1.Johannes 4:18

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