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Sondertext

Glaube und Schöpfung stärken

23.05.2020
Die Lern- und Vernetzungsplattform Eco Church gibt es nun auch in der Deutschschweiz. Die Plattform ist für Kirchen gedacht, die sich für Umwelt und Gerechtigkeit engagieren wollen.

Als die Klimadebatte den öffentlichen Diskurs dominierte, rief die Kampagne «Stop Armut» das Schweizer Eco Church Network (Netzwerk für Kirche und Ökologie) ins Leben. Die Idee stammt aus Grossbritannien, wo sich das Netzwerk seit seiner Gründung in den Kirchen etablieren konnte. An der elften «Stop Armut»- Konferenz präsentierte die Kampagne die globale und lokale Vernetzungsplattform für Kirchgemeinden in der Deutschschweiz. Der britische Gründer von Eco Church Network, der Theologe Dave Bookless, war der Hauptreferent. Er stellte das Konzept des Netzwerks vor, das kirchliches Leben mit Nachhaltigkeit verknüpfen soll. Damit zog er Christian Mannale in seinen Bann. Der frühere Gemeinderat in Hefenhofen ist neu gewählter Kirchenvorsteher in der Evangelischen Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri.

Ganzheitlichkeit überzeugt
Mannale überzeugen insbesondere die Ganzheitlichkeit und die Vernetzungsmöglichkeiten des Projekts. Diese fehle ihm bei den im Thurgau verbreiteten Projekten wie dem Grünen Güggel. Mannale erklärt: «Eco Church ist nicht einfach ein Label, das man holt.» Das Netzwerk hat verschiedene sachliche Schwerpunkte: Neben dem Umweltschutz steht etwa die soziale Gerechtigkeit im Fokus. Mannale betont, es gehe zusätzlich um die Einstellung, in Gottesdiensten nicht nur den Glauben an sich zu thematisieren, sondern auch die Gedanken, bei denen es um Schöpfung und Gerechtigkeit geht: «Solche gibt es in der Bibel ganz häufig, und ich finde, manchmal geht das in den Gottesdiensten ein bisschen verloren».

Praktisch für den Gottesdienst
Gottesdienst und Lehre werden denn auch auf der Eco Church Website zuerst erwähnt. Die nachfolgenden Kapitel verbinden gleichermassen den Kirchenalltag mit Werten, die zur Bewahrung der Schöpfung beitragen, zum Beispiel im Bereich Energieeffizienz für Kirchengebäude. Obwohl die Website bereits steht, befindet sich die Plattform noch in den Startlöchern. Der Geschäftsführer von «Stop Armut», Matthieu Dobler, erzählt von entstehenden Partnerschaften: «Mit dem Grünen Güggel kam eine fruchtbare Zusammenarbeit zustande, die noch weiterentwickelt wird». Ebenfalls sind Kooperationen in der Westschweiz in Planung. Das gesamte Partner-Netzwerk von Eco Church soll im Herbst, ein Jahr nach dem Startschuss, detaillierter ausgearbeitet sein.


(Lea Waxenberger)

 

In Kürze


Selbsttest
Wie umweltbewusst ist meine Kirchgemeinde? Diese Frage lässt sich im Selbsteinschätzungstest von Eco Church beantworten: ecochurch.ch/mitmachen/selbsteinschaetzung

Herausforderung
«Die nächsten sieben Tage benutze ich nur noch die Treppe!» Das ist eine mögliche Herausforderung, die man sich bei «My- Challenge» selber stellen und dadurch erst noch Menschen helfen kann. Die Herausforderung lässt sich nämlich mit Freunden teilen, die einen durch eine Spende zusätzlich motivieren können. Die Spende kommt Menschen zugute, die unter dem Klimawandel leiden – zum Beispiel Kleinbäuerinnen in Afrika. Mehr erfahren: joinmy-challenge.ch/create

ProChileWatt
Mit «ProChileWatt» unterstützt der Verein «oeku» Kirchgemeinden beim Stromsparen. Aufgrund der ausgeschöpften Mittel werden zwar keine Heizungssteuerungen für Kirchen mehr mitfinanziert. Dafür können nach wie vor Gesuche für die Förderung von Beleuchtungssanierungen eingereicht werden. Hier bestehe in vielen Kirchgemeinden erhebliches Potenzial, schreiben die Verantwortlichen auf der Webseite. Zudem geben sie ganz praktische Tipps fürs Stromsparen in Kirchgemeinden: oeku.ch/prochilewatt.php


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