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Kultur

«Reale Gemeinschaft wird wichtig bleiben»

20.07.2020
Mirjam Fröhlich antwortet auf die Frage, welche Chancen Videobotschaften für die kirchliche Verkündigung bieten.

«Dass wegen Corona keine Gottesdienste stattfinden konnten, hat den digitalen Angeboten einen gehörigen Schub gegeben. Die Notsituation hat eine erstaunliche Vielfalt von Gottesdiensten als Livestream und von kirchlichen Videobotschaften hervorgebracht. Livestream-Gottesdienste haben dazu beigetragen, dass der Kontakt zur Gottesdienstgemeinde in der gottesdienstlosen Zeit nicht abgebrochen ist.

Darüber hinaus sind in Videos mit Kurzbotschaften aber auch eigenständige Formen der kirchlichen Verkündigung entstanden. Weil der direkte Bezug zu den Menschen im realen Gottesdienst gefehlt hat, sind viele auf die Idee gekommen, interessante Gäste einzuladen. Das ist eine Spur, die weiterverfolgt werden könnte.

Persönlich bin ich überzeugt, dass die real gelebte menschliche Gemeinschaft im digitalen Zeitalter ein wichtiger Teil der christlichen Botschaft und des kirchlichen Lebens bleiben wird. Auch in unserer zunehmend digital geprägten Welt gibt es Menschen, die allein sind und die Ruhe, Stille und Gemeinschaft suchen.

In Zukunft kann ich mir gut vorstellen, dass die Kirchen mit digitalen Botschaften Anstösse zu Gemeinschaftsformen des christlichen Glaubens geben – zum Beispiel zum Feiern des Abendmahls in der Familie oder mit Freunden. Über regelmässige digitale Botschaften könnten die Kirchen zu realen gemeinschaftlichen Anlässen einladen. Das wäre dann eine neue und eigenständige Art von «Gottesdienst» in einer digitalen Welt.»


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