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Kultur

Bunte Fresken mit Seepanorama

08.09.2020
Mit dem Velo die Bodenseeregion erkunden: Der KirchenWeg von Kreuzlingen am See entlang nach Güttingen zeigt den Thurgau von einer seiner schönsten Seiten und verdeutlicht, wofür er bekannt ist: die Nähe zum See, endlos scheinende Obstplantagen und kulturelle Kleinode, die es zu bestaunen gibt.

Ich habe mich noch gewundert, weshalb vor der katholischen Basilika St. Ulrich und Afra in Kreuzlingen einige Autos geparkt sind – mitten unter der Woche, am Morgen. Als ich vorsichtig das Hauptportal öffne, ist mir klar warum: Es wird eine Messe gefeiert. Eigentlich ein schöner Gedanke, die Velotour der KirchenWege mit einem Gottesdienst zu starten. Es lohnt sich also, zuvor die Gottesdienstpläne zu studieren. Die Kreuzlinger Kirche ist beeindruckend. Sonnenstrahlen suchen sich ihren Weg durch die Seitenfenster und tauchen die Rokoko-Ornamente in ein mystisches Licht. Kaum zu glauben, dass diese Kirche, wie sie heute steht, erst im 20. Jahrhundert gebaut worden ist. Denn 1963 wurde die alte Kirche durch einen Brand fast vollständig zerstört. Anstatt eine moderne Kirche aufzubauen, wurde die alte rekonstruiert. Herzstück der Basilika ist die Ölbergkapelle, die mit über 280 Figuren den Weg Jesu vom Palmsonntag bis zur Auferstehung mit viel Liebe zum Detail darstellt – ein wahres Kunstwerk.

Schlichte und prunkvolle Kirchen bestaunen
Von der Kreuzlinger Kirche führt der Weg weiter zum Hafen und durch den Seeburgpark Richtung Scherzingen. Vorbei an Feldern und Magerwiesen, den See in Sichtweite, ist die evangelische Kirche Scherzingen am leicht erhöhten Dorfrand bald erreicht. Ihre schlichte Schönheit steht im Gegensatz zum Prunk und Pomp des vorherigen Rokokos. Auch die Klosterkirche St. Remigius Münsterlingen ist wieder prunkvoller gehalten. Besonders bestaunen lässt sich hier die Johannesbüste, die jeweils bei einer «Seegfrörni» in einer Prozession über den Bodensee getragen wird, was 1963 zum letzten Mal der Fall war. Danach fahre ich am ehemaligen Kloster vorbei in Richtung Landschlacht und entdecke vor mir plötzlich das nächste Ziel meiner Tour: die katholische Kapelle St. Leonhard in Landschlacht, eingebettet zwischen Wiesen und alten Riegelhäusern. Ich fühle mich sofort ins Frühmittelalter zurückversetzt, als die «Perle der Gotik im Bodenseeraum» erbaut worden ist. Die gut erhaltenen Fresken an den Innenwänden zeigen Szenen der Leidensgeschichte Jesu und sind weltweit bekannt. Obwohl oder vielleicht gerade weil die Kapelle so schlicht und unverputzt daherkommt, versprüht sie einen besonderen geschichtsträchtigen Charme. Zurück in der Gegenwart folge ich dem Veloweg entlang am Ufer des Sees bis nach Güttingen, wo ich in der Badi eine wohlverdiente Mittagspause einlege. Wer möchte, kann hier auch den Sprung ins kühle Nass wagen.

Aussicht auf den See geniessen
Anstatt weiter dem See entlang Richtung Romanshorn zu fahren, nehme ich den Weg Hügel aufwärts zur paritätischen Kirche Güttingen, die über dem Bodensee thront und mit einer wunderschönen Aussicht besticht. Von da aus geht es weiter nach Altnau. Das Besondere dort ist, dass die katholische und evangelische Kirche nur ein paar Meter voneinander entfernt stehen. Wenn das kein Zeichen für eine gute Nachbarschaft ist. Die evangelische Kirche wurde vor einigen Jahren frisch renoviert und erstrahlt mit der prächtigen Orgel und schönen Kanzel in neuem Glanz. Die nächste Wegstrecke, die ich unter die Räder nehme, gehört für mich zu den schönsten der ganzen Tour. Der See lässt sich weit herum überblicken, unzählige Segelboote tummeln sich als kleine weisse Punkte auf dem dunklen Blau, die Naturwege schlängeln sich zwischen Obstplantagen und Feldern hindurch und manchmal auch im Wald, was für eine erfrischende Abkühlung sorgt. War der Veloweg am See entlang fast schon überbevölkert, begegnet man hier nur ab und zu anderen Menschen. Die letzte Kirche der Tour, die evangelische Kirche Kurzrickenbach, kann ich leider nur von aussen bestaunen, da sie geschlossen ist.

Mehr Zeit einrechnen
Die Vielfalt an katholischen, evangelischen und paritätischen Kirchen und Kapellen im Thurgau ist gross. Um die Kirchen in Ruhe ansehen und entdecken zu können, empfiehlt es sich, mehr als die vorgegebenen drei Stunden Zeit für die Tour einzurechnen. Die Kirchtürme bieten ausserdem gute Orientierungspunkte, sollte man sich einmal nicht sicher sein, welchen Weg man gehen soll. Für mich hat sich die Tour mehr als gelohnt, denn ich habe regionale Kulturschätze entdecken können, habe mir Zeit gelassen zum Geniessen, Staunen und Verweilen, und dabei meinen Heimatkanton von einer altbekannten und doch neuen Seite kennengelernt.

 

(Simone Ullmann)

  

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Weitere Thurgauer Kirchenwege entdecken.

 

 


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Fredy Rechsteiner erfasst am 29.09 2020 20:41

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

Frank Sachweg unterstellt den Corona-Massnahmenkritikern, sie seien assoziale, unverschämte Egoisten und kennen weder Vorsicht noch Rücksicht. Dabei erkennt er nicht, das diese Personen gerade aus Nächstenliebe die übertriebenen Massnahmen ablehnen. Niemand hat etwas gegen Händewaschen usw. Dies ist der Blitzableiter, der schon immer angewandt wurde. Einfach und wirkungsvoll. Die neuen Massnahmen, die nun aber die physische und psychische Gesundheit angreifen und die Abwehrkräfte schwächen, werden mehr Opfer fordern als die sogenannte Pandemie selbst. Das Coronavirus wird Opfer fordern wie jede schwere Grippewelle bisher, aber es ist keine alles dahinraffende Seuche. Wer das um jeden Preis verhindern will, nimmt auch in Kauf, dass für seine Sicherheit 100tausende Kinder verhungern, hunderte Millionen Menschen ihre existenzielle Lebensgrundlage verlieren oder Tausende in den Suizid getrieben werden. Auch die Folgen von Sauerstoffmangel durch Maskentragen (Förderung von Demenz) oder von gentechnisch hergestellten Impfstoffen werden nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wenn nun auch noch das Argument aufgegriffen wird, man dürfe niemanden gefärden, muss grundsätzlich alles verboten werden. Autofahrer gefärden, Alkohol gefärdet, sogar ein Bienenstich kann das Leben bedrohen. Vorsichtig, rücksichtsvoll und zuversichtlich wollen wir alle sein. Die Frage ist, was ist unsere Motivation? Ist es die Liebe oder die Angst? Die Bibel sagt dazu: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1.Johannes 4:18

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