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Leben & Glauben

Glaub ans «Christkindli» – es lohnt sich!

26.11.2020
Träume sind in der Bibel selten. Die Weihnachtsgeschichte ist eine der Ausnahmen.

In wenigen Tagen beginnt für Sepp die Rekrutenschule. Seine Eltern rufen ihn zum Mittagskaffee und die Mutter meint: «Seppli, bevor du gehst, wollen wir dich aufklären.» Sepp: «Hä?» Vater: «Der Pullover, den du auf Weihnachten erhalten hast, weisst du, der ist nicht vom Christkindli, sondern den hat dir dein Mami gestrickt.»

Natürlich entspricht diese Geschichte nicht den literarischen Ansprüchen unserer Leserschaft. Vom Christkind emanzipierten wir uns spätestens zu Beginn der Primarschule. Dieses wurde übrigens einst von Luther erfunden, um den Kult rings um Sankt Nikolaus zu durchbrechen. 

Dem Wundersamen Raum geben

Doch die Geschichte spricht auch Wahres an. Trotz allem Wenn und Aber sind überraschend viele Erwachsene bereit, an Weihnachten dem Wundersamen Raum zu geben. In dieser Zeit ist es legitim, dass sich auch skeptische Durchschnittsmenschen auf Träume einlassen. In früheren Zeiten war da zum Beispiel die Vorstellung, in der Heiligen Nacht könnten die Tiere sprechen wie Menschen – und jene mit einer reinen Seele verstehen sie dabei. Heute ist es die Sehnsucht nach einer harmonischen Welt ohne Ungerechtigkeit und Zerstörung. Was allerdings so lange beim Träumen bleibt, als wir das Wesentliche ausklammern: die eigene Hingabe an diese Sehnsucht. Gemeint ist, auch wenn es sehr altmodisch tönt: So wie sich Gott selber hingab in seiner Sehnsucht nach uns Menschen. Damals machten es ihm zwei Menschen nach: Maria sowie – tja, und jetzt kommen Träume mit ins Spiel.

Ein happiger Albtraum

Zuerst ein happiger Albtraum im Wachzustand. Josef von Nazareth erfährt von seiner Verlobten Maria: «Ich bin schwanger.» Natürlich nicht von ihm, denn als ehrenhafter Bürger hielt er sich sexuell zurück, und von der Hochzeitsnacht träumte er bestenfalls. Was jetzt? Marias Erklärung, dass ein Engel und der Heilige Geist die Verantwortung trügen … Wer glaubt denn so etwas?

 

Wir selber werden «Christkinder», und zwar solche, an die man getrost glauben darf.

 

Die Fortsetzung ist bekannt: Ein Engel erscheint ihm im Traum und bestätigt das Unglaubhafte. Josef lässt seine persönliche Vorstellung vom Familienglück los, gibt seine privaten Pläne hin. Weihnachten wird möglich durch diese Hingabe und findet in weiteren Träumen ihre Fortsetzung. Als König Herodes das Kind töten lassen will, da erscheint der Engel wieder und veranlasst die Familie zur Flucht. Und als später die Gefahr vorüber ist, da gibt er – im Traum – grünes Licht für die Heimkehr. 

Träume sind in der Bibel selten

Träume kommen in der Heiligen Schrift selten vor, sind aber an zwei Stellen massgebend beteiligt an der Geschichte Gottes mit den Menschen. Der alttestamentliche Josef gelangte über seine Träume nach Ägypten und machte dort Karriere. So wurde er zum Wegbereiter der Befreiungsgeschichte Israels durch Mose. Der neutestamentliche Josef fand auch über Träume zu seiner Aufgabe. Dank ihm erlebte Jesus vermutlich eine ziemlich störungsfreie Kindheit und konnte so sein Potenzial entfalten. Ohne diese Träumereien gäbe es das Volk Israel nicht und gäbe es Jesus nicht. Oder beides ganz anders, als wie es dann kam. Leider schweigen sich auch hochkarätige Bibelkommentare zur Frage aus, weshalb Josef den Engel nur träumt. Ansonsten erscheinen diese den Menschen nämlich direkt. Doch müssen wir das wirklich wissen? Das intellektuelle Ausschlachten vom Wundersamen spricht nicht immer von Intelligenz.

Wir selber werden «Christkinder»

Jedenfalls: Nicht alle Träume sind Schäume. Es ist nicht falsch, wenn Christen sich den Weihnachts-Träumereien hingeben, der Sehnsucht nach einer heilen Welt. Falsch ist vielmehr, wenn sie dies nur an Weihnachten zulassen. Das Weihnachtsgeschehen fordert im Gegenteil auf, die Hingabe zu konkretisieren. So können Christen ihre Vorstellung loslassen, wie ein perfektes Leben aussehen sollte. Sie geben Pläne, Privilegien und Prinzipien auf, wenn dies nötig wird. Wie Josef. Vielleicht ist es ja gerade in der aktuellen Corona-Zeit nötig. Auf diese Weise wandeln sich Träume in Realitäten. Wir selber werden «Christkinder», und zwar solche, an die man getrost glauben darf.

Text | Foto: Rolf Kühni, Pfarrer, Sargans – Kirchenbote SG, Dezember 2020


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Fredy Rechsteiner erfasst am 29.09 2020 20:41

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

Frank Sachweg unterstellt den Corona-Massnahmenkritikern, sie seien assoziale, unverschämte Egoisten und kennen weder Vorsicht noch Rücksicht. Dabei erkennt er nicht, das diese Personen gerade aus Nächstenliebe die übertriebenen Massnahmen ablehnen. Niemand hat etwas gegen Händewaschen usw. Dies ist der Blitzableiter, der schon immer angewandt wurde. Einfach und wirkungsvoll. Die neuen Massnahmen, die nun aber die physische und psychische Gesundheit angreifen und die Abwehrkräfte schwächen, werden mehr Opfer fordern als die sogenannte Pandemie selbst. Das Coronavirus wird Opfer fordern wie jede schwere Grippewelle bisher, aber es ist keine alles dahinraffende Seuche. Wer das um jeden Preis verhindern will, nimmt auch in Kauf, dass für seine Sicherheit 100tausende Kinder verhungern, hunderte Millionen Menschen ihre existenzielle Lebensgrundlage verlieren oder Tausende in den Suizid getrieben werden. Auch die Folgen von Sauerstoffmangel durch Maskentragen (Förderung von Demenz) oder von gentechnisch hergestellten Impfstoffen werden nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wenn nun auch noch das Argument aufgegriffen wird, man dürfe niemanden gefärden, muss grundsätzlich alles verboten werden. Autofahrer gefärden, Alkohol gefärdet, sogar ein Bienenstich kann das Leben bedrohen. Vorsichtig, rücksichtsvoll und zuversichtlich wollen wir alle sein. Die Frage ist, was ist unsere Motivation? Ist es die Liebe oder die Angst? Die Bibel sagt dazu: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1.Johannes 4:18

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