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Politik

Martina Tapernoux zur Kirchenratspräsidentin gewählt

29.06.2021
An der Sommersynode der Landeskirche beider Appenzell holte Martina Tapernoux-Tanner 39 von insgesamt 47 Stimmen. Die 47-Jährige tritt damit die Nachfolge von Koni Bruderer im Kirchenratspräsidium an, wie es in einer Mitteilung vom 28. Juni heisst.

Ihr Herausforderer, Kirchenrat Thomas Gugger aus Gais, zeigte sich enttäuscht, akzeptierte jedoch den demokratischen Entscheid. Laut Mitteilung betonte er, dass er seine Kompetenzen der Exekutive weiterhin zur Verfügung stellen werde; ob als Finanzchef oder in einem anderen Amt, werde sich nach der Konstituierung zeigen.

Respekt vor dem Amt
Tapernoux-Tanner fühlte sich nach der Wahl «erleichtert und dankbar», wie sie gegenüber ref.ch sagt. «Ich habe allerdings auch grossen Respekt vor diesem Amt, da ich bis jetzt nicht Mitglied in der Exekutive war.» Als besonders wichtig bezeichnet Tapernoux-Tanner die Frage, was die Kirche beim anhaltenden Mitgliederschwund noch zur Kirche macht. «Mir ist es wichtig, dass wir eine Gemeinschaft bleiben, die füreinander da ist.» Weiter werde die Verfassungsrevision sie sicher stark beschäftigen. Da Tapernoux-Tanner das Amt erst 2022 übernimmt, wird Bruderer das Geschäft an der 1. Lesung an der Herbstsynode vertreten. Tapernoux-Tanner wird es dann jedoch, voraussichtlich 2022, zur Volksabstimmung bringen.

Tapernoux-Tanner ist in Trogen wohnhaft und zu je einem Teilpensum Pfarrerin in Heiden und im Gehörlosenpfarramt St. Gallen tätig. Sie wird für die Landeskirche AR/AI auch in der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) Einsitz nehmen.

Coronabedingte Kosteneinsparungen
An der Synode wurde auch die Rechnung 2020 verabschiedet. Sie schliesst mit einem Einnahmenüberschuss von rund 145'000 Franken, was einen besseren Abschluss gegenüber dem Budget von rund 153'000 Franken bedeutet. Wie Kirchenrat Gugger ausführte, kam es aufgrund der Corona-Pandemie zu verschiedenen grösseren Kosteneinsparungen, beispielsweise bei Fort- und Weiterbildungsbeiträgen oder Sitzungsgeldern für die Synode und die Verfassungsrevision.

«Immer noch stabil»
Der Steuerertrag fiel mit 1,35 Millionen Franken rund 23'000 Franken tiefer aus als budgetiert, jedoch immer noch rund 17'000 Franken höher als im Vorjahr. Gugger bezeichnete laut Mitteilung die Erträge der Landeskirchensteuer mit einem Anstieg von 7.2 Prozent seit 2012 als «immer noch stabil». Die Jahresrechnung 2020 wie auch den Finanzausgleich 2021 genehmigten die Synodalen diskussionslos. 

 

Text: ref.ch/bat, Foto:Karin Steffen –    Kirchenbote SG, 29. Juni 2021


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