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Kirche, Leben & Glauben

«Was machen Sie eigentlich am ersten Freitag im März?»

14.02.2022
Vor 130 Jahren ist die grösste ökumenische Bewegung entstanden. Daraus entwachsen ist der Weltgebetstag, der im Kirchenjahr eine wichtige Stellung einnimmt. Ein Blick in die Vorbereitungsstunden des Regionalkomitees St. Gallen und beider Appenzell zeigt warum.

«Was machen Sie eigentlich am ersten Freitag im März?» Diese ernstgemeinte Frage will auf einen besonderen Feiertag im Kirchenjahr aufmerksam machen. An dem Termin wird weltweit in über 170 Ländern, Regionen und Inseln der Weltgebetstags-Gottesdienst (kurz WGT) gefeiert. Die Liturgie dazu wird jedes Jahr von christlichen Frauen aus einem anderen Land verfasst und allen Ländern zur Verfügung gestellt.

Grösste ökumenische Bewegung
Vor über 130 Jahren taten sich christliche Frauen in den USA und Kanada im Sinne internationaler Frauensolidarität zusammen. Aus ihrem konfessions-übergreifenden Gebet ist die größte ökumenische Bewegung weltweit entstanden.Der Gedanke dahinter wird beschrieben mit dem Slogan «informiert beten – betend handeln». Einen Tag lang werden ohne Unterbrechung überall auf dem Erdkreis Christinnen im vereinten Gebet vor Gott stehen. Im Gottesdienst, an dem selbstverständlich auch Männer willkommen sind, teilen wir die Hoffnungen der Frauen des „Gastgeberlandes“ und erfahren ihre Sorgen und Schwierigkeiten. Mit der gesammelten Kollekte werden sorgfältig ausgewählte Projekte unterstützt, die die Situation von Frauen und Kindern nachhaltig zum Besseren verbessern wollen.

Auf freiwilliger Basis
Der Weltgebetstag WGT ist eine Laienbewegung auf Freiwilligenbasis. Es gibt ein schweizerisches Landeskomitee, das im internationalen Kontext arbeitet, sowie Regionalkomitees, die den Frauen in den Gemeinden zuarbeiten. In St. Gallen veranstaltet das Regionalkomitee jährlich im Januar ganztägige Einführungstagungen, an denen mit einer Landesvorstellung, Musik, Tanz, Bibelarbeit, vertiefenden Workshops und bei landestypischem Essen die Gedanken der jeweiligen WGT-Liturgie kreativ aufbereitet werden. Damit sind die teilnehmenden Frauen gut gerüstet, in ihren Gemeinden eigene Feiern umzusetzen. Dieser Werkstatttag ist eine bereichernde, freudvolle Auszeit, die zur Weiterarbeit bis zum WGT im März motivieren soll.

Weltweites Engagement
Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich christliche Frauen beim WGT für globale Gerechtigkeit, Frieden und Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag für ein respektvolles Miteinander aller Menschen weltweit. Am 4. März feiern wir den WGT mit der Liturgie aus England; Wales, Nordirland unter dem mutmachenden Thema «Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben». Und so hofft auch das Regionalkomitee St. Gallen und der beiden Appenzell auf ein Wiedersehen. 

www.wgt.ch

 

Text | Fotos: Birgit Langenbach – Kirchenbote SG, 14. Februar 2022 

 

 

 


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