News aus dem Thurgau

«Action mit Tiefgang»

von Cornelia Brunner-Scherrer
min
07.02.2025
Kirche von ihrer genussvollen Seite erleben: Das kann man in der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon, wo immer um den Valentinstag herum ein «wine & dine» angeboten wird. Pfarrer Harry Ratheiser erklärt das Konzept.

Was? «wine & dine» ist Kirche, die durch den Magen geht. Immer Mitte Februar – um den Valentinstag herum – kann am Freitagabend im festlich dekorierten Kirchgemeindehaus ein leckeres Viergangmenü mit passenden Weinen genossen werden. Da wird Kirche von der genussvollen Seite erlebt. Wer eine Affinität zu gutem Essen und schönen Weinen hat, ist da genau richtig.

Wer? «wine & dine» ist ein Angebot der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon. Ein Vorbereitungsteam kümmert sich um die Vor- und Nacharbeit. Das Essen wird von einem lokalen Caterer zubereitet und serviert. Die Weine – Traubensorten, Winzer und Vinifizierung – werden von Pfarrer Harry Ratheiser vorgestellt.

Interview mit Pfarrer Harry Ratheiser


Herr Ratheiser, wie ist das Projekt entstanden?

Kirche ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Darüber zu lamentieren ist mässig hilfreich. Wenn jemand keine Affinität zu Gottesdiensten hat, hilft es womöglich auch nicht, einfach dasselbe in anderer Form anzubieten. Aber vielleicht sind Menschen offen für alternative Berührungspunkte mit der Kirche? Einen solchen alternativen Berührungspunkt bietet unser «wine & dine».

Was haben Sie mit dem Projekt schon erreicht?
Dreissig bis vierzig Genussmenschen besuchen unser «wine & dine» und lassen sich das mit einem Preis von 110 Franken pro Person etwas kosten. Sie wissen, dass es sich um einen kirchlichen Anlass handelt – und erleben dadurch Kirche auf eine ganz andere Art. Die Stimmung ist immer sehr feierlich und fröhlich. Ein «harter Kern» bleibt jeweils bis tief in die Nacht hinein, diskutiert, lacht, einige tanzen auch.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen?
Gottesdienst und Diakonie sind und bleiben für die Kirche zentral. Aber Kirche ist mehr als gottesdienstliches Feiern und soziales Engagement. Als Kirche können wir auch Berührungsmöglichkeiten für diejenigen Menschen schaffen, die sich sonst irgendwann mit dem Argument «ich habe keinen Bezug zur Kirche» von uns verabschieden.

 

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