News aus dem Thurgau
Am Rand der Gesellschaft

«Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle»

von Tilmann Zuber
min
27.11.2023
Friederike Rass leitet das Sozialwerk Pfarrer Sieber, eine der grössten sozialen Institutionen der Schweiz. Matthias Lehmann lebte auf der Strasse und konsumierte Drogen. Die Theologin und der ehemalige Drogensüchtige über die Einsamkeit auf der Gasse und darüber, warum Weihnachten gerade für Randständige eine besondere Botschaft hat.

Friederike Rass und Matthias Lehmann, was bedeutet f├╝r Sie randst├Ąndig?

Matthias Lehmann: Am Rande der Gesellschaft zu stehen. Ich habe lange auf der Gasse gelebt und erlebt, wie die Gesellschaft Angst und Ekel vor mir hatte. Meine Haare waren verfilzt, ich war verdreckt, voller Blut und eitriger Wunden. Seit ich clean bin, sage ich, dass ich ein anst├Ąndiger Randst├Ąndiger sei. F├╝r mich ist wichtig: Randst├Ąndige sind genauso wertvolle Menschen wie alle anderen.

Friederike Rass: Stimmt. Das Wort randst├Ąndig ist missverst├Ąndlich. Denn Randst├Ąndige sind Menschen, die am meisten Schutz br├Ąuchten und deshalb in die Mitte der Gesellschaft geh├Âren. Das Wort vermittelt das Gef├╝hl: Die stehen am Rand, die geh├Âren da hin. Man ├╝bersieht leicht: Auch die Gesellschaft hat ihren Anteil daran, dass Menschen keinen Platz mehr finden.

Hat sich die Situation der Randst├Ąndigen in den letzten zwanzig Jahren ver├Ąndert?

Matthias Lehmann: Ja, es gibt heute viel mehr Angebote, vor allem f├╝r Junkies und Migranten. Man bekommt dort etwas zu essen. Als ich noch auf der Strasse lebte, musste ich die Sandwiches aus den K├╝beln fischen, ich war hungrig und v├Âllig ausgemergelt.

Friederike Rass: In den letzten Jahren sind viele Initiativen entstanden, die die Grundbed├╝rfnisse abdecken. Gleichzeitig hat die psychische Belastung der Menschen zugenommen, sodass sie die Angebote nicht aufsuchen k├Ânnen. Wie in den Anf├Ąngen des Sozialwerks von Pfarrer Sieber m├╝ssen wir verst├Ąrkt hinausgehen und die Betroffenen aufsuchen.

Warum?

Friederike Rass: Die Inflation, die Coronapandemie, der Krieg in der Ukraine, die gesellschaftliche Entwicklung: All das verunsichert diejenigen, die ohnehin schon um ihre Existenz k├Ąmpfen.

Viele fragen sich bei Randst├Ąndigen, wie es so weit kommen konnte. Warum sind Sie, Matthias Lehmann, auf der Strasse gelandet?

Matthias Lehmann: Als ich 11 Jahre alt war, liessen sich meine Eltern scheiden, ich habe das nicht verkraftet. Dann traf ich die richtigen oder falschen Kollegen, ich fing an zu trinken, kiffte, nahm Heroin und Kokain. Nach der Lehre landete ich auf dem Letten, sp├Ąter auf dem Platzspitz. Ich machte unz├Ąhlige Entz├╝ge und Therapien, endete im Gef├Ąngnis und im Sune-Egge. Vor bald 16 Jahren sp├╝lte ich meinen letzten Stoff das WC runter.

Wie kam es dazu?

Matthias Lehmann: Ich war total kaputt, jahrelang vollgepumpt mit Drogen, Alkohol und Tabletten. Mir war alles egal. Ich dachte nur: Einmal Junkie, immer Junkie! Meine Mutter hat mich besucht und f├╝r mich gebetet. Danach kaufte ich mir Stoff. Als ich in den Sune-Egge zur├╝ckkam, ging ich mit dem Stoff ins B├╝ro, ich wusste, das bedeutet Ausschluss. Aber der Zivi dr├╝ckte mir den Stoff in die Hand und sagte, ich solle ihn in das WC sch├╝tten. Ich dachte noch: Der gute Stoff, er hat so viel gekostet ... Nachdem ich die Sp├╝lung bet├Ątigt hatte, r├╝hrte ich nie wieder Alkohol oder Drogen an.

 

Matthias Lehmann landete nach seiner Lehre auf dem Letten und später auf dem Platzspitz. Nach Jahrzehnten gelang ihm der Ausstieg aus den Drogen und dem Alkohol. Heute ist er Mitarbeiter beim Sozialwerk Pfarrer Sieber. | Foto: Gion Pfander

Matthias Lehmann landete nach seiner Lehre auf dem Letten und später auf dem Platzspitz. Nach Jahrzehnten gelang ihm der Ausstieg aus den Drogen und dem Alkohol. Heute ist er Mitarbeiter beim Sozialwerk Pfarrer Sieber. | Foto: Gion Pfander

Dank Ernst Sieber und den Sieberwerken leben heute noch viele. Auch ich.

Friederike Rass, Ihr Leben ist ganz anders verlaufen. Sie haben eine grossartige akademische Karriere gemacht und in der Theologie promoviert. Warum haben Sie die Universit├Ąt verlassen und k├╝mmern sich um Randst├Ąndige?

Friederike Rass: Dass ich hier arbeite, ist die logische und sinnvolle Konsequenz meines Studiums. Es ist kein Gegensatz ÔÇô hier der akademische Elfenbeinturm, dort die Suppenk├╝che. Als Leiterin des Sozialwerks von Pfarrer Sieber kann ich hier das umsetzen, was ich an der Uni gelernt habe.

Verstehen Sie, warum Menschen auf der Strasse leben und sagen, sie k├Ânnten nicht mehr?

Friederike Rass: Sicher, das sind oft schlimme Geschichten, die diese Menschen erlebt haben. Es kann jeden treffen. Manche von uns kommen mit einem so schweren Rucksack auf die Welt, dass er sie erdr├╝ckt. Es kostet sie unglaublich viel Kraft zu ├╝berleben. Allein morgens aufzustehen und sich durchzuschlagen, ist eine wahnsinnige Leistung.

Ich habe viel in Zürich gebettelt. Es tut schon weh, wenn die Leute einen abwertend behandeln.

Viele scheuen den Kontakt zu den Obdachlosen und Junkies.

Matthias Lehmann: Das kann ich verstehen. Sie haben die Zeit am Platzspitz und am Letten in Erinnerung, als es ├ťberf├Ąlle gab. Auch ich habe bewaffnete ├ťberf├Ąlle gemacht, war voller Dreck und Blut und habe die Leute angebettelt. Da gehen viele nat├╝rlich auf Distanz. Wenn dich heute jemand um einen Stutz anbettelt, brauchst du keine Angst zu haben und kannst auch Nein sagen.

Friederike Rass: Das Wichtigste ist nicht, ob man jemandem etwas gibt oder nicht, sondern ob man das Gegen├╝ber als Menschen wahrnimmt, mit ihm spricht und nicht so tut, als w├Ąre jemand Luft. Ich m├Âchte Mut machen, sich auf ein Experiment einzulassen: Geben Sie doch etwas und schauen Sie am Ende des Monats, wie viel es war. Meistens ist es nicht viel, und man ist vielleicht an der einen oder anderen Stelle ins Gespr├Ąch gekommen und hat neue Einsichten gewonnen.

Leidet man, wenn man den ganzen Tag auf der Strasse bettelt und die Leute einen wie Luft behandeln?

Matthias Lehmann: Ich habe viel auf der Bahnhofstrasse in Z├╝rich gebettelt. Ja, es tut schon weh, wenn die Leute einen abwertend behandeln. An schlechten Tagen, wenn man auf Entzug ist, f├╝hlt man sich sowieso wie der letzte Dreck.

Ich hätte meine Ratten nie hergegeben, lieber wäre ich draussen erfroren.

Und dann tut es gut, wenn sich Sozialwerke um einen k├╝mmern?

Matthias Lehmann: Ja, da wird man betreut und aufgep├Ąppelt. Als ich vor 25 Jahren in einem kalten Winter wegen meiner vier Ratten nicht in eine Notschlafstelle durfte, hat mir Pfarrer Ernst Sieber einen alten Milit├Ąrschlafsack gebracht.

Sie hatten vier Ratten?

Matthias Lehmann: Nat├╝rlich, sie lebten unter meinem Pullover und tranken von meinen Lippen. Ich h├Ątte sie nie hergegeben, lieber w├Ąre ich draussen erfroren.

Friederike Rass ist Gesamtleiterin des Sozialwerk Pfarrer Sieber, sie hat Theologie studiert und in Religionsphilosophie promoviert. Sie verfügt über einen Executive MBA der Hochschule St. Gallen. | Foto: Gion Pfander

Friederike Rass ist Gesamtleiterin des Sozialwerk Pfarrer Sieber, sie hat Theologie studiert und in Religionsphilosophie promoviert. Sie verfügt über einen Executive MBA der Hochschule St. Gallen. | Foto: Gion Pfander

Manche von uns kommen mit einem so schweren Rucksack auf die Welt, dass er sie erdrückt.

Heute steigen die Sozialkosten. Auf der anderen Seite herrscht ein grosser Spardruck.

Friederike Rass: Die Stadt Z├╝rich nimmt seit der Schliessung des Platzspitz ihre soziale Verantwortung ernst und bietet entsprechende Angebote und Notschlafstellen an. Aber nur f├╝r Menschen, die in Z├╝rich gemeldet sind. F├╝r alle anderen wird es eng, sie d├╝rfen die Angebote der Stadt nicht nutzen. So landen sie bei uns. Wir merken, dass die Zahl der Schutzsuchenden zunimmt, unsere Auffangangebote sind oft bis an ihre Grenzen ausgelastet. Manchmal fragen wir uns schon, wie das noch werden soll. Aber wir versuchen es jeden Tag aufs Neue und suchen nach innovativen Wegen, auch im Umgang mit sogenannten Systemsprengern.

Wir fangen Menschen dort auf, wo alle Netze des Sozialstaates versagt haben.

Was sind Systemsprenger?

Friederike Rass: Das sind h├Ąufig Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, oft Schizophrenie oder Paranoia, und die h├Ąufig keine f├╝r sie wichtigen Medikamente nehmen. Man kommt kaum an sie heran. Sie glauben zum Beispiel, dass man als Person ausgetauscht wurde. Manchmal kommt es dann zu schwierigen Situationen, in denen sie sich und andere gef├Ąhrden.

Die Schweiz verf├╝gt ├╝ber einen ausgebauten Sozialstaat. Wozu braucht es noch private Institutionen?

Matthias Lehmann: Dank Ernst Sieber und den Sieberwerken leben heute noch viele. Auch ich, ohne Ernst Sieber w├Ąre ich gestorben.

Friederike Rass: Wir fangen Menschen dort auf, wo alle Netze des Sozialstaates versagt haben. Wir lassen niemanden allein.

Kann dies nicht auch der Sozialstaat leisten?

Matthias Lehmann: Vom Sozialstaat bekommt man eine IV-Rente und finanzielle Unterst├╝tzung, vielleicht auch mal eine Beratung, aber keine Begleitung. Wenn man zum Beispiel eine Wohnung sucht, muss man das selber tun. Das ist gerade f├╝r Randst├Ąndige ein Ding der Unm├Âglichkeit, vor allem in Z├╝rich.

Friederike Rass: Ernst Sieber hat immer gesagt, der Staat k├Ânne nicht lieben. Damit hat er es auf den Punkt gebracht. Der Staat bem├╝ht sich, aber im System gehen manche unter oder verloren. Wenn die Betroffenen schlechte Erfahrungen mit dem Sozialamt gemacht haben, gehen sie nicht mehr hin. Manches, was verlangt wird, ist zu anspruchsvoll. Oft verstehen die Leute die Formulare nicht. Unsere Sozialberatung, die sich mehr Zeit nehmen kann, versucht, Ordnung in die ganzen Unterlagen zu bringen. Meist tauchen dann Probleme auf, die erst einmal gel├Âst werden m├╝ssen. Zum Beispiel, dass eine Mutter Steuerschulden hat und obdachlos zu werden droht, weil sie ihren Sohn noch finanziell unterst├╝tzt.

Was w├╝nschen Sie sich vom Sozialstaat?

Matthias Lehmann: Die ├ämter sollten sich mehr Zeit f├╝r ihre Klienten nehmen. Die fehlt oft. Neulich rief die Spitex bei einem ├Ąlteren Patienten an und sagte, er solle sich schon mal ausziehen und sich in die Badewanne stellen. Sie k├Ąme dann und w├╝rde ihn duschen. Wenn man nur zehn Minuten pro Patient hat, fehlt die Zeit f├╝r das Gespr├Ąch.

Wenn man Obdachlose aus dem Spital entlässt, vergisst man oft, dass diese Menschen kein Zuhause mit einer Couch haben.

Was bedeutet es f├╝r Sie, f├╝r das Sozialwerk von Pfarrer Sieber zu arbeiten?

Friederike Rass: Ich bin sehr dankbar, in der Tradition von Ernst Sieber wirken zu k├Ânnen. Der Pfarrer sagte: ┬źWir schaffen nicht f├╝r die Menschen, sondern mit den Menschen.┬╗ Durch diesen einzigartigen Ansatz kann jede und jeder seine Gaben einbringen. Wenn eine Person v├Âllig durchgefroren durch die T├╝r kommt und w├╝tend ├╝ber die Welt flucht, ist sie genauso willkommen wie jede andere.

Matthias Lehmann: Andererseits braucht man ein dickes Fell. Wenn man die Medikamente nicht gleich ausgibt oder wenn die Leute nicht das bekommen, was sie wollen, wird man schnell angep├Âbelt. Das muss man aushalten und darf es nicht pers├Ânlich nehmen. In einem normalen Krankenhaus k├Ânnten sich die Patienten so etwas nicht leisten.

Friederike Rass: Wenn es den Sune-Egge nicht g├Ąbe, w├╝rden die Leute nicht in ein normales Spital gehen. Sie w├╝rden fr├╝her sterben, so hart das klingt. Wenn man Randst├Ąndige und Obdachlose aus dem Spital entl├Ąsst, vergisst man oft, dass diese Menschen kein Zuhause mit einer Couch haben, auf der sie sich ausruhen k├Ânnen.

Aber Hand aufs Herz: Geht Ihnen der raue Umgangston nicht manchmal auf die Nerven?

Friederike Rass: Eigentlich nicht, nein. Das passiert im Verh├Ąltnis nicht oft. Eine Geschichte f├Ąllt mir ein: Beim letzten Weihnachtsessen f├╝r Obdachlose, zu dem traditionell das Hotel Marriott eingeladen hatte, half ich einer Frau, die nicht gut gehen konnte, zum Buffet. Sie fragte mich: ┬źWer bist du?┬╗ Als ich mich als Friederike vorstellte, bruddelte sie mich an, das sei ja wohl ein ┬źScheissname┬╗. Ich musste so lachen: Sie meinte es nicht b├Âse, sie war einfach w├╝tend auf die Welt, und ich kann das so gut verstehen. Das Leben auf der Gasse ist heftig. Ihre H├╝fte tut weh, dann ist sie noch auf Hilfe angewiesen, was gegen ihren Stolz geht. Und trotz dieser Hilflosigkeit bleibt sie sich ganz treu, davor habe ich Respekt. Die Welt ist einfach ungerecht. Unter anderen Umst├Ąnden w├Ąren viele Menschen nicht da, wo sie jetzt sind. Irgendwo muss doch diese ganze Wut auch ihren Ort finden. Aber reden wir doch lieber von all den ber├╝hrenden Begegnungen, in denen ich den Humor der Menschen erlebe und ihre Dankbarkeit und Freude mit ihnen teilen darf. Das sind sehr viele.

Wie sehen diese aus?

Friederike Rass: Ich erlebe es jeden Tag, dass sich jemand zu mir setzt und mir seine Geschichte erz├Ąhlt oder mich zum Lachen bringen will. Dieses Grundvertrauen ehrt mich, und ich bin dankbar, einen Teil zu dieser Gemeinschaft beitragen zu k├Ânnen.

 

Wir müssen an Weihnachten auf der Gasse präsent sein, wir dürfen die Obdachlosen und Junkies nicht alleine lassen.

Bald ist Weihnachten. Was bedeutet dieses Fest f├╝r Sie?

Matthias Lehmann: Ich freue mich auf Weihnachten. Fr├╝her war das anders, es war eine traurige Zeit. In diesen Tagen merkte ich, wie einsam ich war. Manchmal z├╝ndete ich eine Kerze, die in einem Manderinli steckte, auf meinem Fixertischli an. Deshalb m├╝ssen wir an Weihnachten auf der Gasse pr├Ąsent sein, wir d├╝rfen die Obdachlosen und Junkies nicht alleine lassen.

Friederike Rass: Heute sagt man, Weihnachten sei das Fest der Liebe. Das klingt fast schon wie ein platter Slogan aus der Werbung. Wenn wir diese Aussage aber ernst nehmen, steht da eine unheimliche Macht dahinter. Wir haben es jeden Tag in der Hand, wie wir einander begegnen. Und zwar nicht nur den Menschen, die uns ohnehin nahestehen, sondern all unseren N├Ąchsten, sei es der Brezelverk├Ąufer, der seit zehn Stunden im Laden steht, oder jemand, der im Tram um Kleingeld fragt. Das Fest der Liebe fordert uns auf, liebevoller miteinander umzugehen, und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

Hat die Erz├Ąhlung von der Geburt Jesu eine Bedeutung f├╝r Menschen am Rande der Gesellschaft?

Matthias Lehmann: Ja, Jesus ist f├╝r alle Menschen gekommen, egal ob Junkies, Alkoholiker, Obdachlose oder Wohlhabende.

Friederike Rass: Jesus wurde in einem Stall geboren, als verletzliches Gesch├Âpf, als Baby, unter schwierigen Umst├Ąnden. Das ist ein starkes Bild, dass Menschen, die am verletzlichsten sind, in die Mitte der Gesellschaft geh├Âren. Die Weihnachtsgeschichte steht f├╝r unverbr├╝chliche Hoffnung und best├Ąrkt uns darin, Gutes zu tun, selbst wenn wir immer wieder scheitern. Wir wollen in Frieden miteinander leben und uns als Gemeinschaft gegenseitig tragen, da k├Ânnen alle nur gewinnen. Und das f├Ąngt einfach im ganz Kleinen an.

Matthias Lehmann: Und bei Gott gibt es keine hoffnungslosen F├Ąlle. Ich war selbst einer, ohne Gott w├Ąre ich nicht mehr da.

Friederike Rass: Von aussen werden viele Menschen, die bei uns Hilfe suchen, als hoffnungslos abgestempelt. Aber wir erleben jeden Tag, dass das nicht stimmt. Manchmal braucht es gar nicht viel, zum Beispiel, dass die Beh├Ârden und wir alle ein bisschen gr├Âsser denken. Und schon wird es besser. Wir alle k├Ânnen viel dazu beitragen, um andere zu unterst├╝tzen und ein neues Leben zu erm├Âglichen. Es kommt vor allem darauf an, es ├╝berhaupt zu versuchen.

 

Das Sozialwerk Pfarrer Sieber

Der evangelisch-reformierte Pfarrer und Nationalrat Ernst Sieber wurde durch seinen kompromisslosen Einsatz f├╝r Obdachlose, Drogens├╝chtige und Aidskranke schweizweit als ┬źObdachlosenpfarrer┬╗ bekannt. 1988 gr├╝ndete Sieber in Z├╝rich das Sozialwerk Pfarrer Sieber, die sich auf der Grundlage des Evangeliums f├╝r Menschen in Not einsetzen. Auch nach dem Tod des Gr├╝nders im Jahr 2018 betreibt das Sozialwerk Pfarrer Sieber Institutionen und Projekte, die Menschen am Rande der Gesellschaft ein menschenw├╝rdiges Leben erm├Âglichen. 190 Mitarbeitende und 350 Freiwillige betreuen in Z├╝rich und Umgebung mehrere Einrichtungen im Gesundheits- und Wohnbereich sowie Notschlafstellen wie den Pfuusbus und das Iglu.

 

www.swsieber.ch

 

Ernst Sieber, Obdachlosenpfarrer: ┬źDie benachteiligten Menschen sind die ersten Adressaten f├╝r das Reich Gottes.┬╗

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