News aus dem Thurgau

Bereichernd und anstrengend

von Claudia Koch
min
14.06.2024
Nach vier Jahren ist Hanspeter Heeb Ende Mai als Kirchenrat des Ressorts Recht und Gesetzgebung der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau zurückgetreten. Ein Rückblick auf eine intensive Zeit.

Auf die Frage, wie der Jurist Hanspeter Heeb aus Romanshorn die vergangenen vier Jahre als Kirchenrat erlebt hat, folgen zwei Antworten: sehr bereichernd, aber auch sehr anstrengend. Als sehr bereichernd empfand Heeb die M├Âglichkeit, Menschen kennenzulernen, die im kirchlichen Dienst t├Ątig sind. Heeb sagt dazu: ┬źDarunter hat es herausragende Pers├Ânlichkeiten.┬╗

Die sehr gute Stimmung in der Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Kirchenrates hebt er ebenfalls hervor. Diese empfand er als ├╝beraus wertsch├Ątzend. Gerne denkt er an den Festanlass der 150-Jahr Feier der Landeskirchen Thurgau in der Kartause Ittingen zur├╝ck. Auch der Kirchensonntag im September 2022 in Affeltrangen sowie die Verabschiedung des langj├Ąhrigen Kirchenratspr├Ąsidenten Pfarrer Wilfried B├╝hrer hat er sehr positiv in Erinnerung. Als Stiftungsrat wird er weiterhin in der Peregrina Stiftung Einsitz haben.

┬źHerausfordernd war die Einarbeitung in die kirchenrechtlichen Fragen. Das ist ein Gebiet, das von der Rechtslehre her nicht gut abgedeckt ist┬╗, sagt Heeb. Schnell k├Ânnen Fragen politisch werden: Wenn etwa der Kirchenrat einen f├╝r die lokale Kirche ung├╝nstigen Landverkauf genehmigen soll. Oder, ob das Zurverf├╝gungstellen eines Kirchturms f├╝r eine Mobilfunkantenne kirchenrechtlich statthaft ist.

Zwei Reorganisationen gleichzeitig
Ausserdem fanden gleichzeitig zwei Reorganisationen statt. Das war laut Heeb vor allem zeitlich eine grosse Belastung. Die interne Reorganisation des Kirchenrats sei sehr gut und positiv verlaufen. Mehr Aufwand generierte die Reorganisation der Peregrina Stiftung, in der Heeb zusammen mit Kirchenr├Ątin Gerda Sch├Ąrer als Mitglied im Stiftungsrat sitzt. Laufend wurden die Vorgaben des Kantons ge├Ąndert, was den Ablauf un├╝bersichtlich werden liess.

Kirche im Wandel
Wie sieht er die Zukunft der Kirche? ┬źDie Kirche ist im Wandel, ich hoffe, dass sie den Wandel bew├Ąltigen kann┬╗, sagt Heeb dazu. Auch m├╝sse sich die Kirche der Vielfalt der Glaubensvorstellungen ├Âffnen und sich an den Bed├╝rfnissen des heutigen Menschen orientieren. Als positive Beispiele nennt er die Start-up Kirche oder die Reform bei der Konfirmation. Die Bed├╝rfnisse nach Spiritualit├Ąt, Gemeinschaft und Orientierung w├╝rden wichtiger. Und dabei spielt seiner Meinung nach die Kirche eine entscheidende Rolle.

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