News aus dem Thurgau

Budgetiertes Minus geschmälert

von Claudia Koch
min
28.11.2023
Das beträchtliche Loch im Budget 2024 von gut 371'000 Franken konnte an der Synodesitzung der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau in Weinfelden um 225'000 Franken verkleinert werden. Leidtragend ist das Projekt Sunday Playlist.

Sunday Playlist ist ein Gesamtprojekt der Ostschweizer Landeskirchen mit Beteilung der Evangelischen und Katholischen Landeskirchen St. Gallen und Appenzell sowie der Evangelischen Landeskirche Thurgau. Geplant ist ein Band- und Songwriting-Wettbewerb f√ľr junge, talentierte Musikerinnen und Musiker, um diese zu f√∂rdern.

Der Antrag, das dreij√§hrige Projekt mit je 20'000 Franken pro Jahr zu unterst√ľtzen, stiess bei der Gesch√§ftspr√ľfungskommission GPK jedoch auf Widerstand. Dies insbesondere wegen des budgetierten Minus von gut 371'000 Franken. Vielen schien er Projektbetrag von 60'000 Franken von 2024 bis 2026 deutlich zu hoch. Zeitgem√§sse Musik sei sinnvoll, hiess es etwa, aber brauche es wirklich neues Liedgut, das durch einen Wettbewerb eruiert werde? Einige Synodalen, die mit Jugendlichen arbeiten, w√ľrden das Band-Coaching bevorzugen. Die 100 Synodalen folgten dem Antrag der GPK und lehnten den Antrag mit deutlichem Mehr ab.

Asylseelsorge wird aufgestockt
Sparpotential entdeckte die GPK auch bei genauer Durchsicht des Budgets. Bei einem Konto wurden 78'000 Franken zu hoch budgetiert. Andererseits empfahl die GPK, auf die Gespr√§chssynode 2024 zu verzichten und diese 2025 durchzuf√ľhren. Michael Raduner aus Horn wie auch Pfarrer Harald Ratheiser aus Arbon mahnten, die negativen Zahlen im Finanzplan 2024 bis 2028 im Auge zu behalten.

Das Budget in der angepassten Form mit einem Minus von 146'000 Franken sowie die Belastung des Eigenkapitals wurden mit grossem Mehr gutgeheissen. Zustimmung erhielt ebenfalls der Antrag, das Pensum f√ľr die Asylseelsorge um 20 Prozent auf 50 Prozent aufzustocken. Doch soll gem√§ss dem Antrag der GPK diese Aufstockung auf f√ľnf Jahre befristet sein und nach drei Jahren die Wirkung evaluiert werden.

Uneinig waren die Synodalen mit dem Antrag des Kirchenrats, die Mindestausstattung im Zusammenhang mit der Finanzausgleichsverordnung von den im Juni 2023 beschlossenen 78 auf 79 Prozent zu erh√∂hen. ¬ęWir wollen nicht auf Kosten der finanzschwachen Kirchgemeinden sparen¬Ľ, sagte Kirchenratspr√§sidentin Christina Aus der Au. Die Erh√∂hung und somit der Antrag des Kirchenrates wurden jedoch mit 57 Nein zu 29 Ja- Stimmen abgelehnt.

Glanzvolle Wahlen
Erfreulich verliefen die Wahlen f√ľr die Amtsperiode 2024 bis 2028. Der Kirchenrat mit Pr√§sidentin Christina Aus der Au, Lukas Weinhold, Ruth Pfister, Gerda Sch√§rer und Paul Wellauer wurde glanzvoll wiedergew√§hlt. Der zur√ľcktretende Kirchenrat Hanspeter Heeb wurde geb√ľhrend verabschiedet.

Bestätigungs- wie auch Neuwahlen gab es in der Ombudsstelle und der Rekurs- und Beschwerdekommission mit Matthias Hotz als Nachfolger von Hans Munz als Präsident. Hanspeter Rissi wurde anstelle von Urs Steiger als Delegierter in die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS gewählt.

Die Motion von Pfarrer Lukas Butscher aus Amriswil (siehe Video), die keine Einschränkung des Stellenumfangs bei angestellten Pfarrpersonen fordert, wurde mit grossem Mehr als erheblich erklärt. Auch Kirchenrat Paul Wellauer sprach von einer gut formulierten Motion, die dem Pfarrpersonenmangel in den kommenden Jahren entgegenwirken soll. Wichtig sei dabei, das Berufsprofil und die Aufgaben der Pfarrpersonen zu diskutieren, nicht nur die Wohnsitzpflicht.


Das Traktandum mit den meisten Voten wurde zum Schluss behandelt. Dabei ging es um die Botschaft und den Antrag zur Umsetzung der Motion ¬ęOrganisation des Konfirmationsjahres¬Ľ. Dass neben Pfarrpersonen auch andere entsprechend ausgebildete Personen mit dem Konfirmationsunterricht betraut werden k√∂nnen, war unbestritten. Die beauftragte Person kann auch den Konfirmationsgottesdienst leiten. Diverse Paragrafe wurden so intensiv diskutiert, dass das Traktandum nicht zu Ende gef√ľhrt werden konnte und in der Synodesitzung im Juni 2024 wiederaufgenommen wird.

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