News aus dem Thurgau

Kostbares vererben

von Cornelia Brunner-Scherrer
min
12.09.2023
Gemeinsam unterwegs sein und die frohe Botschaft weitergeben: Gerda Schärer erzählt, was ihr besonders am Herzen liegt und wie der Verein Tecum entstanden ist, der dieses Jahr auf die Insel Reichenau reist.

Gerda SchĂ€rer, KirchenrĂ€tin der Evangelischen Landeskirche Thurgau, wohnt sĂŒdlich der Insel und schaut tĂ€glich auf die Kirche St. Peter und Paul auf der Reichenau. «Man ist rĂ€umlich so nahe.» Weit zurĂŒck liegt der Ursprung des Klosters Reichenau: Vor bald 1300 Jahren grĂŒndete der Wandermönch Pirmin im heidnischen Alamannien eine Benediktinerabtei. Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Kloster dann geistlich und kulturell zur Wiege Europas und hat mit seinen Wand- und Buchmalereien ein einzigartiges Erbe hinterlassen und ist Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Gemeinschaft fördern

Heute ist Tecum, das Zentrum fĂŒr SpiritualitĂ€t, Bildung und Gemeindebau, in der Kartause Ittingen besorgt, Menschen geistlich und kulturell zu fördern: mit Angeboten in der Kartause oder vor Ort in den Thurgauer Kirchgemeinden. Auch beim heutigen Tecum liegt der Ursprung weit zurĂŒck in der thurgauischen HeimstĂ€ttenbewegung der 1950er Jahre. «Wenn der HeimstĂ€ttenverein nicht so dafĂŒr gekĂ€mpft hĂ€tte, wĂ€re es wahrscheinlich nie so weit gekommen», sagt Gerda SchĂ€rer, von Amtes wegen auch im Vorstand des Vereins Tecum.

«Es ist ein Herzensanliegen von mir, dass man Möglichkeiten schaffen kann, um zusammenzukommen. Sei es, um gemeinsam zu feiern, zu singen oder das Mahl einzunehmen.» Wichtig sei ihr auch, dass die Kirchgemeinden unterstĂŒtzt werden: beispielsweise mit dem Buch «RĂŒckenwind», einer Liedsammlung der Landeskirche Thurgau. Gerda SchĂ€rer erklĂ€rt: «Diese Lieder schaffen eine Gemeinschaft ĂŒber die Gemeindegrenzen hinweg.» Und beim Singen könnten sich die Menschen beteiligen und sich einbringen in die Gottesdienste.

Eine andere Perspektive einnehmen

FĂŒr die Kulturreise des Vereins Tecum im September auf die Reichenau ĂŒberlegt sich Gerda SchĂ€rer, mit der FĂ€hre ĂŒber den Gnadensee anzureisen. Damit man einen anderen Blick auf die Insel bekomme. Eine andere Perspektive nimmt sie immer wieder auch im Denken ein. Denkt nach, wie die Kirche die Menschen am besten unterstĂŒtzen kann, wo Anpassungen notwendig sind. «Wir mĂŒssen immer wieder neu schauen, wie wir die Menschen am besten erreichen und ĂŒberlegen, was es heisst, Gemeinschaft zu leben und Menschen zu befĂ€higen.»

 

Kulturreise auf die Reichenau

23. September 2023

Kosten rund 70 Franken

Anmeldung an Tel.: 052 748 41 41
oder E-Mail tecum@kartause.ch 

Informationen: Gerda SchÀrer, Tel.: 052 761 37 22

Unsere Empfehlungen

Wenn geistliche Macht zu Machtmissbrauch führt

Wenn geistliche Macht zu Machtmissbrauch führt

Die Studie über sexuellen Missbrauch in der Evangelischen Kirche in Deutschland hat die reformierten Kirchen erschüttert. Ende Mai beschäftigten sich Kirchenvertreter und Expertinnen mit der Frage, was die Ergebnisse der deutschen Studie auch für die Schweiz bedeuten.
Geliebt und gesegnet

Geliebt und gesegnet

Nach vierzig Ehejahren sagen Rita und Heinz Künzler nochmals Ja zueinander: vor Gott und der Gemeinde. Mit der symbolträchtigen kirchlichen Feier in der Hochzeitskapelle Degenau setzen sie ein Zeichen ihres Glaubens und ihrer Verbundenheit und danken Gott für all die segensreichen Jahre, die sie mit ...