News aus dem Thurgau

Neue Verfassung auf der Zielgeraden

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20.06.2018
Die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes genehmigte am 19. Juni in Schaffhausen den neuen Verfassungsentwurf – ergänzt um einen Gleichstellungsartikel.

Bei der zweiten Lesung der Verfassungsrevision des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK ging es im Wesentlichen um Detailfragen. Eine Ausnahme bildete ein Antrag der SEK-Frauenkonferenz. Diese forderte die Aufnahme eines Gleichstellungsartikels. Der Verfassungsentwurf enthalte lediglich ein Diskriminierungsverbot ‚Äď das sei nicht ausreichend, kritisierte die Frauenkonferenz. Vielmehr brauche es einen Paragraphen, der die Gleichstellung aktiv f√∂rdere.

Der Artikel forderte unter anderem, dass der Kirchenbund eine ausgewogene Vertretung der Geschlechter in seinen Gremien gew√§hrleiste. Dagegen wurde eingewandt, dass man dies bei Wahlen nicht vorschreiben k√∂nne. Trotzdem sei die Aufnahme eines Gleichstellungsartikels sinnvoll, argumentierte der Z√ľrcher Kirchenratspr√§sident Michel M√ľller. Dieser sei nicht als Vorschrift, sondern vielmehr als Appell zu verstehen.

Schlussabstimmung im Dezember
In der nachfolgenden Abstimmung votierten die Abgeordneten schliesslich mit grosser Mehrheit f√ľr die Aufnahme des Artikels in die neue Verfassung. Demnach lauten die beiden Abs√§tze des Paragraphen: ¬ęDie Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) f√∂rdert die Gleichstellung der Geschlechter¬Ľ sowie ¬ęDie EKS f√∂rdert eine ausgewogene Vertretung der Geschlechter in ihren Gremien¬Ľ.

Grundsätzliche Einwände gegen den Verfassungsentwurf wurden trotz vereinzelter Diskussionen keine mehr vorgebracht. Die Anpassungen der zweiten Lesung wurden mit grosser Mehrheit angenommen. Damit folgt nun im Dezember die Schlussabstimmung; wann die neue Verfassung in Kraft treten wird, ist zurzeit noch offen. Die aktuelle Verfassung des Kirchenbundes stammt aus dem Jahr 1950.

Teures Reformationsjubiläum
Bereits am Tag davor genehmigte die Abgeordnetenversammlung die Jahresrechnung 2017. Diese schloss mit einem Verlust von rund 74‚Äô000 Franken. Insbesondere das Reformationsjubil√§um schlug st√§rker als erwartet zu Buche. Mit knapp 5 Millionen Franken √ľberstieg es die budgetierten 2,2 Millionen Franken deutlich. Besonders ins Gewicht fielen dabei die Kosten f√ľr Beratung und Kommunikation: Sie machten rund einen F√ľnftel der Gesamtkosten aus.

Freiburger Pfarrer neu im Rat
Als neues Mitglied der Exekutive w√§hlten die Abgeordneten Pierre-Philippe Blaser in den SEK-Rat. Er ersetzt den zur√ľcktretenden Daniel de Roche. Der 50-j√§hrige Blaser ist seit 2012 Synodalratspr√§sident der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg. Zuvor war er knapp zwanzig Jahre als Gemeindepfarrer sowie als Religionslehrer t√§tig. Seit Anfang 2017 pr√§sidiert er zudem die Delegiertenversammlung der Westschweizer Kirchenkonferenz.

F√ľr die Legislatur 2019 bis 2022 best√§tigt wurden zudem die bisherigen Ratsmitglieder Sabine Br√§ndlin, Esther Gaillard, Ulrich Knoepfel, Ruth Pfister-Murbach und Daniel Reuter. Der neue Rat beginnt seine Amtszeit am 1. Januar 201.

Neue Stiftungsr√§te f√ľr Hilfswerke
Weiter w√§hlte die Abgeordnetenversammlung zwei Stiftungsr√§te f√ľr die beiden Hilfswerke Brot f√ľr alle und Heks. Demnach wird der B√ľndner Kirchenratspr√§sident Andreas Th√∂ny f√ľr den Rest der Amtsdauer 2018 bis 2021 Stiftungsrat bei Brot f√ľr alle. Die Berner Pfarrerin Simone Fopp M√ľller wurde f√ľr den Rest der Amtsdauer 2016 bis 2019 in den Stiftungsrat von Heks gew√§hlt. Sie ersetzt dort Doris Amsler-Thalmann, die per Ende Juni als Stiftungsr√§tin zur√ľcktreten wird.

no/ref.ch, 20. Juni 2018

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