News aus dem Thurgau

Nicht allein unterwegs

von Cyrill Rüegger
min
07.04.2026
Randzeiten, Desinteresse, Einzelkämpfertum: Religionslehrkräfte sind mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Im Interview erklärt die Erler Religionslehrerin Elke Miesler, weshalb sich die Ausbildung trotzdem lohnt.

Frau Miesler, was braucht es, damit der Religionsunterricht bei den Schülern gut ankommt?
Elke Miesler: Ich erlebe immer wieder, wie wichtig eine gute Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern ist. Wenn Vertrauen entsteht, öffnen sich viele Möglichkeiten für Gespräche und gemeinsames Lernen. Besonders gut kommt ein abwechslungsreicher und kreativer Unterricht an. Unterschiedliche Sozialformen wie Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit sowie gemeinsame Phasen im Plenum bringen Dynamik in den Unterricht. Auch Spiele und kreative Verarbeitungsformen sind wichtige Elemente, die von den Kindern und Jugendlichen sehr geschätzt werden.

Welchen Herausforderungen begegnen Religionslehrpersonen?
Gerade wenn Kinder zusätzliche Unterstützung benötigen, ist es manchmal anspruchsvoll, allen gerecht zu werden. In der Regel unterrichten wir alleine und haben keine Klassenassistenz zur Verfügung. Wo zusätzliche Unterstützung möglich ist, kann dies den Unterricht spürbar entlasten. Eine weitere Herausforderung ist die Einplanung unserer Lektionen im Stundenplan der Schulen. Häufig finden sie in Randstunden statt, etwa am frühen Morgen, an freien Nachmittagen oder am späteren Nachmittag. Trotzdem erlebe ich die Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und Schulleitungen als sehr unterstützend und wohlwollend.

Gibt es weitere Herausforderungen?
In manchen Familien spielt Religion heute eine kleinere Rolle als früher. Wenn die Kinder im Teenageralter das Interesse am Religionsunterricht verlieren, was sicher auch mit den Randzeiten zu tun hat, werden sie sehr schnell vom Unterricht abgemeldet. So verlieren die Kinder den Zugang zur religiösen Bildung. Das finde ich persönlich sehr schade. Gleichzeitig bin ich dankbar, dass viele Eltern hinter dem Religionsunterricht stehen.

Trotz aller Herausforderungen: Weshalb lohnt sich die Ausbildung zur Religionslehrperson?
Es ist ein wunderschöner Beruf und eine grosse Freude, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und ihnen den christlichen Glauben näherzubringen. Auch der Austausch mit anderen Religionslehrpersonen an unseren Treffen ist sehr wertvoll. Dort teilen wir Materialien und Ideen, tauschen Erfahrungen aus und besprechen gemeinsam herausfordernde Situationen. So sind wir nicht allein unterwegs.

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