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Samichlaus im Homeoffice

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23.11.2020
Vieles wird im Moment wegen Corona abgesagt. Auch der Samichlaus der Offenen Kirche Elisabethen in Basel. Markus Berger bleibt in diesem Jahr zu Hause im Schwarzwald. Berger über echte und falsche Chläuse und warum er eine Chausschule gründet.

Wegen der Corona-Pandemie muss der Samichlaus dieses Jahr zu Hause bleiben. So sitzt Markus Berger, der seit ĂŒber dreissig Jahren als Nikolaus unterwegs ist, in seinem Haus im Schwarzwald und macht das Beste draus. Gerade ist er am Planen, wie die Kinder sich per E-Mail oder Brief an ihn wenden können.

Es ist kein Werbegag: Berger wohnt tatsÀchlich im Schwarzwald. Der 75-JÀhrige stammt aus Möhlin, ist ehemaliger Lehrer und ausgebildeter Theaterregisseur. Seit ihn vor 28 Jahren Hansruedi «Felix» Felix, der erste Pfarrer der Offenen Kirche Elisabethen in Basel, angefragt hat, den Samichlaus zu spielen, besuchten ihn Generationen von Kindern am 6. Dezember in der Kirche, wo er mit dem Schmutzli und dem Esel jedes Jahr Halt macht. Das Fest fÀllt dieses Jahr aus, wie auch die Besuche in den KindergÀrten und Kinderkrippen. Familienbesuche sind möglich, sofern sie auf dem Balkon oder im Garten stattfinden.

Kein Weihnachtsmann
Markus Berger ist es wichtig, dass er ein «echter» Samichlaus ist. «Ich bin nicht der Weihnachtsmann. Die Kinder unterscheiden zwischen echten und falschen, ‘verkleideten’ SamichlĂ€usen, etwa solchen, die Werbeprospekte verteilen.» Um sich vorzubereiten, fĂ€hrt er jedes Jahr nach Chur an den Chlausenumzug. Mit den 50 ChlĂ€usen des dortigen Chlausenvereins hat er engen Kontakt. «In Basel hingegen bin ich recht einsam.» Darum möchte er nĂ€chstes Jahr einen Chlausenverein grĂŒnden und eine Samichlaus-Schule eröffnen. Mit dem Verein möchte Berger ein GĂŒtesiegel fĂŒr SamichlĂ€use schaffen. «Die Eltern sollen wissen, was sie erwartet, wenn sie einen Samichlaus bestellen.»

Geschichten statt Rute
Die Rute hat Berger als Samichlaus zwar dabei, zum Einsatz kommt sie nicht. «Ich erzĂ€hle den Kindern eine Geschichte. DarĂŒber freuen sie sich und sagen ihre Versli und Liedli umso lieber auf. Ich bin kein Polteri.» Der Samichlaus mĂŒsse auf die Kinder eingehen und darauf achten, dass man sie nicht blossstellt. Wenn die Eltern möchten, dass ihr Kind wieder einmal sein Zimmer aufrĂ€umt, sei nichts dagegen einzuwenden. Mittlerweile hat er auch eine riesige Nuggi-Sammlung. «Es ist Tradition, dass die Kinder den Nuggi beim Samichlaus abgeben.» Gewisse Dinge wie etwa BettnĂ€ssen könne der Samichlaus jedoch nicht besprechen, schon gar nicht, wenn andere Kinder anwesend seien. «Manche Familien besuche ich ĂŒber Jahre. Einige Kinder möchten, dass ich weiterhin komme, obwohl sie schon lĂ€ngst nicht mehr an den Samichlaus glauben.» FĂŒr diese «alten» Kinder wĂŒrde Berger gerne einmal unter dem Jahr einen Imbiss organisieren.

Wenn er unterwegs sei, erzÀhlt Markus Berger, begegne er oft Jugendlichen, die das Samichlaus-Spiel mitmachen, ihm Versli aufsagen oder sogar ein StÀndchen bringen. Und eine alte Frau habe ihm im Tram ihr einstiges Kinderversli aufgesagt.

Verbindung zu den Wurzeln
FĂŒr Markus Berger vertritt der Samichlaus Werte, die ĂŒber Generationen weitergegeben werden. «Der Samichlaus trĂ€gt diese Werte in die Familien, er schafft Beziehungen zu ihren Wurzeln und Ahnen. Als historische Figur, die ihren Reichtum an die Kinder verteilte, steht der Samichlaus fĂŒr das Gute, fĂŒr das, was sich viele ersehnen.»

Karin MĂŒller, kirchenbote-online

Hier können Kinder dem Samichlaus ein E-Mail schicken.

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